Fitnessprogramm für die S-Bahn

Unternehmen beseitigt Vandalismusschäden / Alte Wagen müssen länger durchhalten

  • Bernd Kammer
  • Lesedauer: 2 Min.
Die S-Bahn startet ein Reinigungsprogramm. Ein Teil ihrer alten Wagenflotte darf 2017 noch nicht ausgemustert werden.

Bei der S-Bahn beginnt der Frühjahrsputz. Das Unternehmen startet ein mehrmonatiges Renovierungsprogramm für die Innenräume der gesamten Fahrzeugflotte. Ziel ist es, die Vandalismusschäden an den 1300 Wagen zu beseitigen. Die Aktion wird etwa eine Million Euro kosten.

Die Aktion, die das standardmäßige Reinigungsprogramm ergänzt, läuft zeitgleich in den S-Bahn-Werkstätten Grünau, Wannsee, Oranienburg, Friedrichsfelde und Erkner. Dabei werden Graffitischmierereien entfernt, zerkratzte Fensterfolien gewechselt, beschädigte Sitze ausgewechselt sowie zerstörte Lampen und Verkleidungen erneuert, ebenso beschädigte Fahrgastinformationstafeln. Die Arbeiten sollen parallel zur planmäßigen Fahrzeuginstandhaltung stattfinden. »Wir wollen, dass sich unsere Fahrgäste wohlfühlen«, erklärte S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner.

Der Vandalismus macht dem Unternehmen zu schaffen. Die Schmierereien im Innenbereich könnten häufig nicht mehr chemisch entfernt werden, weil in den Farben aggressive Zusatzstoffe enthalten seien, so die S-Bahn. Die Graffiti würden deshalb überstrichen. Insgesamt kostet die Beseitigung der Schäden jährlich rund sechs Millionen Euro.

In den nächsten Jahren muss die S-Bahn ein noch viel umfangreicheres Fitnessprogramm für bis zu 400 ihrer alten Wagen starten. Denn diese sollen, wie berichtet, bis zu fünf Jahre länger durchhalten als bisher geplant. Dies ist nötig, weil einem neuen Betreiber, der Ende 2017 den Verkehr auf dem S-Bahn-Ring übernehmen soll, bis dahin noch keine neuen Züge zur Verfügung stehen werden. Wie hoch die Kosten für den Umbau sein werden, steht laut Senatsverkehrsverwaltung noch nicht fest.

Wer den Betrieb auf den Ring übernimmt, soll nun erst im Frühjahr 2015 feststehen. Bisher war von Ende 2014 die Rede. Doch das Ausschreibungsverfahren hat sich weiter verzögert. Noch immer stehen nicht alle Anforderungen an die neuen Züge fest. Zum Beispiel, ob sie Klimaanlagen erhalten. Die Ausrüstung der S-Bahn damit ist schwierig, weil die Anlagen in der Regel auf dem Dach angebracht werden. Damit würden sie aber kaum durch den Nord-Süd-Tunnel passen. Außerdem machten sie wegen der häufigen Türöffnung nur wenig Sinn, kritisierten Bewerber. Von denen sind dem Vernehmen nach aber ohnehin nur noch zwei im Rennen: Die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter S-Bahn Berlin GmbH und das britische Unternehmen National Express. Alle anderen haben aufgegeben.

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