Betriebe auf Azubi-Suche im Ausland

  • Lesedauer: 2 Min.
Brandenburger Unternehmen machen sich Sorgen um den Nachwuchs. Junge Menschen in ganz Europa wollen eine solide Ausbildung. Was liegt da näher, als beide zusammenzubringen?

Brandenburgs Betriebe finden geeignete Auszubildende auch im Ausland. Immer wieder werben sie mit Projekten um junge Menschen etwa aus Süd- und Osteuropa, wie die Industrie- und Handelskammern (IHK) auf Anfrage mitteilten. Zwar machen die internationalen Azubis bislang nur eine Minderheit aus. Doch das Interesse ist da - angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit in manchen Ländern.

Zuletzt hatte etwa die Potsdamer IHK vermeldet, in einem Pilotprojekt für das kommende Ausbildungsjahr seien gezielt 26 junge Spanier für Hotels und Gaststätten gefunden worden. Sie wurden Ende vergangenen Jahres per Videotelefonat ausgewählt. Danach absolvierten sie zunächst einen dreimonatigen Sprachkurs in ihrem Heimatland, bevor sie ihre Kurse dann parallel zu Praktika in Brandenburg fortsetzten.

Kammerpräsidentin Beate Fernengel ermunterte Betriebe dazu, sich auch grenzüberschreitend um die Fachkräftesicherung zu bemühen. Häufiger kommen ausländische Azubis in Brandenburg allerdings aus Polen, Russland und der Ukraine.

Weil es schwieriger werde, geeignete Azubis zu finden, sei es ein guter Ansatz, jungen Menschen aus dem Ausland eine berufliche Zukunft zu ermöglichen, sagte auch die Leiterin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Cottbus, Anke Schuldt. Da dies aber kein Allheilmittel sei, würden auch anderen Möglichkeiten ausgeschöpft. So bemühe man sich etwa um junge Mütter, leistungsschwächere Jugendliche und Studienabbrecher.

Die Lausitz hat ebenfalls ein Projekt mit Spanien, das Chancen für junge Arbeitslose aus dem südeuropäischen Land schaffen soll. Sie werden in Betrieben in der Region eingesetzt. Umgekehrt reisten 2013 junge alleinerziehende Mütter aus Brandenburg mit ihren Kindern nach Galizien, um berufliche Erfahrungen zu sammeln.

Auch für polnische Jugendliche gibt es Praktika. Ein Haken sind aber in jedem Fall fehlende Deutschkenntnisse. Die Mittel aus einem bundesweiten Programm zur Förderung junger europäischer Menschen (»MobiPro EU«) sind nach IHK-Angaben aktuell schon ausgeschöpft. Neue Anträge zur Unterstützung für Deutschkurse, Reisekosten und die Sicherung des Lebensunterhalts würden erst wieder ab 2015 bewilligt. dpa/nd

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