Sozialisten nehmen Kurs auf Rot-Rot

  • Lesedauer: 2 Min.
Einstimmig hat der LINKE-Landesvorstand die Einladung der SPD zu Koalitionsverhandlungen angenommen.

Potsdam. Die LINKE hat den Weg für Koalitionsverhandlungen mit der SPD frei gemacht. Das teilte Landesgeschäftsführerin Andrea Johlige mit. Nach einer gemeinsamen Beratung von Landesvorstand und Landesausschuss habe der Landesvorstand sich einstimmig dafür ausgesprochen. Im Landesvorstand habe es nur eine Gegenstimme gegeben. Der Mitteilung zufolge hatte es zuvor eine »intensive, solidarische und konstruktive Debatte« gegeben -, mit vielen Gästen aus den Kreisverbänden und innerparteilichen Zusammenschlüssen.

Der SPD-Landesvorstand hatte sich bereits am Dienstagabend einstimmig für Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei ausgesprochen. Die Verhandlungen sollen am Sonnabend beginnen. Verhandlungsführer der Linkspartei soll der Landesvorsitzende Christian Görke sein. Er erklärte: »Die LINKE hat mit dem heutigen Abend begonnen, aus dem Wahlergebnis zu lernen und wird ernsthaft und intensiv anhand ihrer Schwerpunkte verhandeln.«

Nach dem verheerenden Ergebnis bei der Landtagswahl am 14. September - die LINKE war von 27,2 auf 18,6 Prozent abgestürzt - gab es in der Parteibasis auch Bedenken gegen eine erneute Regierungsbeteiligung. Dies gründete sich auf die Befürchtung, dass die LINKE dann bei der Wahl 2019 weiter einbüßen und in der Bedeutungslosigkeit versinken könnte. Moritz Kirchner vom Kreisvorstand Potsdam weist jedoch darauf hin, die These, dass sich abgestrafte Regierungsparteien in der Opposition regenerieren können, sei längst widerlegt. Nachdem er die Sache in den zurückliegenden anderthalb Wochen genau durchdachte, plädiert Kirchner nun wie viele andere für die Fortsetzung der rot-roten Koalition. af

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.