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Die Schönheit der Dissonanz
Richard Powers verlangt seinen Lesern einiges ab und belohnt sie auch dafür
Ein echter Powers geht, zum Beispiel, so: »Der Mund eines zehnjährigen Kindes beherbergte doppelt so viele Bakterien, wie es Menschen auf Erden gab.« Der US-Amerikaner Richard Powers (57), Cellist, Ex-Physikstudent, Ex-Computer-Programmierer und für »Das Echo der Erinnerung« 2006 mit dem National Book Award ausgezeichnet, bringt wie kaum ein anderer Natur- und Geisteswissenschaften, Verstand und Seele zusammen. Das hebt seine Romankunst heraus, verleiht ihr gelegentlich Einmaligkeit. Das macht ihn faszinierend und anstrengend. Powers verlangt seinem Leser Mühe und Konzentration ab, doch in seinen gelungensten Werken vergilt er es mit Erregung und Entdeckung.
Sein jüngstes Buch, »Orfeo«, darf hierzu gezählt werden. So wie er in »Echo der Erinnerung« Mitgefühl zur höchsten Form menschlicher Phantasie erhob, weil Mitgefühl die rationalen und emotionalen Vorstellungen des Ichs mit denen eines anderen verbindet, so wie er im vorlet...
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