Absturz der einstigen Thüringenpartei
Tom Strohschneider über das Demokratieverständnis der Thüringer CDU und die Geräusche, die von der inneren Zerrissenheit der Partei ausgehen
Ein rot-rot-grünes Novum in der Parteiengeschichte, eine knappe Mehrheit im Landtag – es ist ja durchaus verständlich, dass jeder Schritt von Bodo Ramelow auf dem Weg zum Thüringer Ministerpräsidenten derzeit ganz genau und höchst kritisch beobachtet wird. Da es unterschiedliche Auffassungen über die entsprechende Formulierung in der Landesverfassung gibt, hat das Justizministerium nun ein Gutachten dazu vorgelegt, wie viele Stimmen der Linkenpolitiker in einem möglichen dritten Wahlgang braucht. Der CDU mag das Ergebnis nicht gefallen. So weit, so normal.
Keineswegs normal ist dagegen die Art und Weise, in der die Union im Freistaat gerade ihre Unfähigkeit bezeugt, mit einer politischen Realität umzugehen, die sie nach 25 Jahren aus der Regierung drängen könnte. Da wird zur Jagd auf die »Bande« der politischen Konkurrenz aufgerufen und nach jedem noch so dü...
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