Brandsätze auf Flüchtlinge und Bundestag
Unbekannte schleudern Molotowcocktails / Keine Verletzten / Staatsschutz ermittelt
Berlin. In Berlin sind in der Nacht zum Montag zwei Brandanschläge versucht worden - und jeweils glimpflich ausgegangen. Ob beide Attacken zusammenhängen, war am Morgen unklar. Auf das Gelände der von Flüchtlingen besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg warfen Unbekannte einen Brandsatz, er setzte dort gelagerte Kleidungsstücke in Brand, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr konnte den Schwelbrand aber rasch löschen. Es gab keinen größeren Schaden, verletzt wurde niemand. Das mehrstöckige Schulgebäude ist seit Dezember 2012 besetzt. Rund 40 Bewohner leben dort. Sie sind beim Bezirksamt registriert. Nur sie dürfen das Gebäude betreten, sollen es aber nach dem Willen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg so rasch wie möglich verlassen.
Ebenfalls in der Nacht zum Montag wurden in Berlin einen Brandanschlag auf das Bundestagsgebäude Paul-Löbe-Haus versucht. Der gegen das Gebäude geschleuderte Molotowcocktail geriet aber nicht in Brand und verursachte keinen Schaden, wie die Polizei mitteilte. Der Staatsschutz ermittelt. Bereits in der Nacht zum 24. November 2014 war ein Molotowcocktail an dem Gebäude abgestellt und ohne Folgen angezündet worden. Zu dieser Tat gab es ein Bekennerschreiben einer vermutlich rechtsradikalen Gruppe. Ähnliche Anschläge ohne Schäden hatte es in der Nacht vom 28. auf den 29. September auf den Reichstag und am 25. August auf die CDU-Bundeszentrale gegeben. Auch hier gab es Hinweise auf eine neonazistische Motivation für die Tat. Agenturen/nd
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