Härteres Urteil für Nazi-Tattoo angestrebt

  • Lesedauer: 1 Min.

Oranienburg. Nach dem Urteil gegen einen NPD-Kreistagsabgeordneten aus dem Barnim, der im Oranienburger Spaßbad ein Nazitattoo zur Schau stellte, legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. »Wir wollen ein höheres Strafmaß«, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann am Dienstag. Der NPD-Abgeordnete war im Dezember vom Amtsgericht Oranienburg wegen Volksverhetzung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 27-Jährige hat auf seinem Rücken die Umrisse eines Konzentrationslagers tätowiert und den Spruch »Jedem das Seine«. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Monate Haft ohne Bewährung verlangt. »Wir warten nun auf die schriftliche Urteilsbegründung«, sagte Lehmann. »Die mündliche Begründung hat uns nicht überzeugt.« Zunächst sei nur Berufung eingelegt worden, um die Frist zu wahren. Anhand des schriftlichen Urteils will die Staatsanwaltschaft prüfen, ob ein höheres Strafmaß möglich ist. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt und ebenfalls Berufung eingelegt. Die milde Strafe war auf Kritik gestoßen. »Dieses Urteil muss als müdes Zeichen eines allzu gleichgültigen Rechtsstaates gegenüber seinen Feinden bewertet werden«, sagte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees. dpa/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.