Wenn Laien forschen
Immer häufiger kooperieren Wissenschaftler mit Nichtwissenschaftlern bei Forschungsprojekten. Universitäten versprechen sich davon die Befreiung der Wissenschaft aus ihrem Elfenbeinturm. Von Manfred Ronzheimer
Ungebetene Migranten streifen durch die nächtliche Großstadt. Wildschweine, Füchse, Waschbären und Hasen verlassen ihre Heimstatt der Wildnis und wandern in die Siedlungen der Menschen ein; für sie ein Nahrungsparadies. Wissenschaftler des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersuchen das Phänomen, allerdings nicht allein, sondern mit aktiver Beteiligung von Bürgern. »Das Interesse an unserm Fuchs-Projekt ist riesengroß«, stellt IZW-Leiter Heribert Hofer fest. Über eine Kooperation mit dem ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), der mehrere Filme über das Großstadtleben der Wildtiere ausstrahlte, fragten die Wissenschaftler nach direkten Begegnungen mit Gevatter Reineke im Stadtgebiet - und erhielten im vergangenen Jahr über 1000 Meldungen von Berliner Bürgern. »Wir wurden förmlich überrannt«, berichtet Hofer. Nicht selten wurden auch kleine Handyclips zugeschickt. Ein Datenschatz, den die Fachwissenschaftle...
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