Anklage gegen Anhänger von Donald Trump
Afroamerikaner im Wahlkampf niedergeschlagen
Ein grober Klotz darf sich nicht über grobe Keile wundern. Die US-Komikerin Sarah Silverman gab Letzteren, als sie jetzt in einer Talkshow, als Adolf Hitler verkleidet, verbal auf Donald Trump einschlug. Dessen extreme Aussagen hatten zuletzt wiederholt zum Vergleich mit dem Nazi-Diktator provoziert. Auch Mexikos Präsident stellte den republikanischen Präsidentschaftsbewerber dieser Tage in eine Reihe mit Hitler und Mussolini. Trumps »schrille Rhetorik« - für ihn sind mexikanische Einwanderer Vergewaltiger und Kriminelle, vor denen man sich mit einer großen Mauer an der Südgrenze der USA schützen müsse - erinnere an den Aufstieg der Nationalsozialisten und der italienischen Faschisten, sagte Enrique Peña Nieto. Fast zeitgleich hetzte der Milliardär auf dem Nachrichtensender CNN erneut gegen Muslime. »Der Islam hasst uns«, so seine schlichte Botschaft. Im Dezember hatte er ein USA-Einreiseverbot für alle Muslime gefordert und damit international für Protest gesorgt - 85 Prozent der Trump-Wähler zeigen sich von diesem Vorschlag begeistert.
Andere animiert sein schamloser Rassismus inzwischen offensichtlich sogar zu physischen Attacken. Auf einer Wahlkampfveranstaltung des Rechtspopulisten in Fayetteville (US-Bundesstaat North Carolina) schlug einer seiner weißen Anhänger einen afroamerikanischen Studenten nieder, der gerade von Ordnern mit weiteren Demonstranten aus dem Saal geworfen wurde. Beim nächsten Mal »werden wir ihn wohl umbringen müssen«, höhnte der 78-Jahrige, der laut einem örtlichen Fernsehsender am Donnerstag (Ortszeit) erst wegen Körperverletzung angeklagt und dann nach Zahlung einer Kaution von 2500 Dollar (etwa 2275 Euro) wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Wie die »New York Times« berichtet, sagte Trump auf derselben Veranstaltung, er vermisse die »guten, alten Zeiten«, als jemand, der sich aufgespielt habe, auf einer Trage rausgetragen worden wäre.
Vor diesem Hintergrund gab sich Trump in der letzten TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber vor den wichtigen Vorwahlen am Dienstag so ungewöhnlich zurückhaltend, dass er sich selbst wunderte: »Ich kann nicht glauben, wie zivil das hier abläuft.« Allerdings weigerte er sich nachdrücklich, von seiner jüngsten Aussage abzurücken, wonach der Islam den Westen hasse. Er werde sich nicht beugen und »politisch korrekt« sein. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama den Republikanern vorgeworden, für die explosive politische Rhetorik im Land verantwortlich zu sein.
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