Über 22 tote Flüchtlinge im Mittelmeer
Rettungsmannschaft von »Ärzte ohne Grenzen« entdeckt Leichen auf Schlauchboot / Zahl der Asylsuchenden auf gefährlicher Route steigt stark an
Berlin. Eine Rettungsmannschaft von »Ärzte ohne Grenzen« hat auf einem Schlauchboot im südlichen Mittelmeer die Leichen von 22 Flüchtlingen entdeckt. Bei den Toten handle es sich um 21 Frauen und einen Mann, teilte die Hilfsorganisation in der Nacht auf Donnerstag mit. Die Todesursache sei noch unklar, die Leichen hätten in einer Mischung aus Wasser und Treibstoff auf dem Boden des Boots gelegen. 200 Überlebende seien gerettet worden. Sie wurden an Bord des Rettungsschiffes »MS Aquarius« genommen.
Die Route über die Wassergrenzen der Festung Europa bleibt für die Schutzsuchenden lebensgefährlich. Das UNHCR schätzt die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr beim Versuch der Mittelmeer-Überquerung ums Leben kamen, auf mehr als 2.800. Nach Angaben der italienischen Küstenwache nahm ein anderes Schiff am Mittwoch weitere 354 Flüchtlingen von anderen Booten an Bord. Am Dienstag waren mehr als 3.200 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. Der italienische Küstenschutz meldete am Dienstagabend 26 Einsätze, bei denen die Menschen in Sicherheit gebracht wurden.
Mit den jüngsten Rettungsaktionen erreichten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bislang mehr als 80.000 Flüchtlinge Italien. Wegen der guten Wetterbedingungen ist die Zahl der Flüchtlinge, die sich von Libyen aus in Kuttern und Schlauchbooten auf den Weg nach Italien machen, in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Ein Großteil der Menschen stammt aus Nigeria, Eritrea und Sudan. Agenturen/nd
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