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Es hat schon etwas Tragisches, wenn sich ein Geläuterter auf den mühsamen Pfad der Selbsterkenntnis begibt und dann trotzdem wieder auf die Mütze bekommt. Im neuen Disney-Weihnachtsfilm »Vaiana« über eine polynesische Prinzessin haben sich die Produzenten dieses Mal wirklich Mühe gegeben. Haben das Drehbuch von einem Māori-Nachfahren schreiben und sich die Mythologie der Inselregion von Experten erklären lassen. Vergebens. Natürlich musste wieder ein griesgrämiger Wissenschaftler aus seiner Grinch-Höhle gekrochen kommen und was von der Komplexität ozeanischer Sagen erzählen. Dazu seien einige Figuren im Film viel zu fett für tapfere Seefahrer, um die es da gehe. Hätten sich die Produzenten nur die Mühe gemacht, wie einst Werner Herzog für »Fitzcarraldo«, vor Ort mit den Menschen zu sprechen. Obwohl die Asháninka Herzog damals anboten, Klaus Kinski umzubringen, weil der ihre Kultur nicht recht verstehen wollte und ihnen zu laut war. cod

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