Sorgenkind CDU

Nicolas Šustr 
über mehr
 Mitglieder in
 den Parteien

  • Lesedauer: 2 Min.

In den vergangenen Monaten sprechen Parteien vom »Trump-Effekt«, wenn es um ihre Mitgliederzuwächse geht. Am ehesten könnte das noch die AfD tun, schließlich scheinen die größten inhaltlichen Schnittmengen zwischen dem neuen US-amerikanischen Rechtsaußen-Präsidenten und den besorgten Populisten mit dem Phallus im Parteilogo zu bestehen. Die Zuwächse der Berliner AfD sprechen Bände. Sicherlich zeigt auch der Blick in die USA deutlich, was für die Rechtspopulisten an Machtzuwachs möglich ist.

Aber haben die vergangenen Jahre das nicht selbst im ach so liberalen Berlin gezeigt? Die permanenten ausländerfeindlichen Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime, die Aktionen der Identitären? Die Gesellschaft polarisiert sich.

Irgendwie ratlos dazwischen steht die CDU. Eine ernsthafte Position zum zukünftigen Weg ist nicht auszumachen. Eher pflichtgemäß warnt sie vor dem bald ausbrechenden Kommunismus Rot-Rot-Grüns. Die AfD gilt der CDU vor allem als unliebsamer Konkurrent.

Es kann nur im Sinne progressiver Kräfte sein, wenn SPD, LINKE und Grüne Zuwächse verzeichnen, bei aller Kritik in vielen Fragen. Dass die CDU einem Niedergang entgegensieht, kann nicht so froh stimmen. Aus demokratischer Sicht ist zu wünschen, dass Christdemokraten ein überzeugendes Konzept getreu ihres Namens finden. Denn auch Konservative verschwinden nicht, wenn es ihre Partei nicht mehr gibt. Nicht wenige würden sich wohl der AfD zuwenden. Und das wäre die schlechteste Wahl.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -