»Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda«
300 Aktivisten verhindern AfD-Veranstaltung in Hamburg / »Aufstehen gegen Rassismus« hatte zum Protest mobilisiert
»Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda«: Dieser Spruch ist unter Antifaschisten sehr beliebt und meint nichts anderes, als dass Meinungsfreiheit dort aufhört, wo Menschen durch das Gesagte diskriminiert oder bedroht werden. Etwa durch rassistische Reden von AfD-Mitgliedern. Rund 300 antirassistische AktivistInnen und GewerkschafterInnen machten am Dienstagabend ernst und protestierten so lange gegen eine Rede des Hamburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Jörn Kruse, bis er sie abbrechen musste.
Die AfD-nahe Stiftung von Waldemar-Fred Anton hatte den Rechtsaußen-Politiker zu einer Veranstaltung in das Hamburg-Haus in Eimsbüttel geladen. Seit Wochen mobilisierte das Bündnis »Aufstehen gegen Rassismus« in den sozialen Medien zum Protest. Gekommen waren viele ver.di-Mitglieder und linke Aktivisten, sowohl als Besucher im Saal, als auch als Demonstranten vor dem Haus. VeranstaltungsteilnehmerInnen waren deutlich in der Minderheit. Nach einer halben Stunde musste Kruse seinen Vortrag angesichts des lautstarken Protests abbrechen.
Unter den DemonstrantInnen befanden sich auch MitarbeiterInnen des NDR. »Unsere öffentlich-rechtlichen Sender in der Bundesrepublik sind der AfD ein Dorn im Auge, weil diese Partei mit Desinformation und Ressentiments arbeitet«, hatte der ver.di-Senderverband in seinem Aufruf geschrieben. »In Zeiten, in denen die Nutzer privater Medien und Netzwerke verstärkt ‚Fake News’ ausgesetzt sind, wäre dies eine gefährliche Entwicklung«, hieß es. Eine demokratische Meinungsbildung werde erst dadurch möglich, dass öffentlich-rechtliche Medien die Bevölkerung unabhängig informierten.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.