Aktivisten wollen gehört werden
Geplante Proteste werden vor Gericht verhandelt
Wenn es nach dem Willen des Bayer-Konzerns geht, sollen die angekündigten Proteste zur Hauptversammlung für die Aktionäre weder zu hören noch zu sehen sein. Dafür habe der Konzern den Platz der Vereinten Nationen von der Stadt Bonn gemietet, wolle dort Zäune und ein riesiges Zelt errichten, »eine Bayer-Bannmeile«, so die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG). Das Verwaltungsgericht Köln wies am Mittwoch eine Klage der kritischen Aktionäre gegen das »faktische Demonstrationsverbot« zurück. Diese legten Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ein.
Aktionen sind in Bonn und Berlin angekündigt. »Die Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern verbreitert dieses Jahr sichtbar die Protestfront«, erklärte Axel Köhler-Schnura von der CBG. Durch das Zusammengehen der beiden Agrargiganten entstehe ein Monopol im Bereich des gentechnisch hergestellten Saatguts und damit unkalkulierbare Gefahren für die Ernährung der Menschheit.
Getragen werden die Aktionen von einem Bündnis zwischen der CBG, der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen, der von der Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, gegründete Organisation Navdanya International und dem ver.di-Fachbereich Bildung und Forschung NRW-Süd. Zahlreiche Initiativen sowie die Linkspartei und die Grünen unterstützen die Proteste.
Die Aktionen rund um das World Conference Center in Bonn beginnen am 28. April ab 7 Uhr morgens. Treffpunkt ist am Platz der Vereinten Nationen. Von 8.30 Uhr bis 10 Uhr soll vor den Toren des Konferenzcenters die Kundgebung »Stop Bayer/Monsanto!« stattfinden.
Ab Beginn der Hauptversammlung um 10 Uhr sollen bis zum Abend Aktionen und Reden der Kritischen AktionärInnen der Coordination gegen BAYER-Gefahren in der Hauptversammlung stattfinden. Reden soll unter anderen René Lehnherr vom Organisationskomitee des Monsanto-Tribunals. Überdies werden zwei Zeugen des Tribunals erwartet. Der Pestizid-Experte Peter Clausing wird Fragen zum Thema »Glyphosat« und der Aktivist Miguel Lovera aus Paraguay Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen des agro-industriellen Landwirtschaftsmodells in Lateinamerika auf die Tagesordnung setzen.
Am 29. April startet um 14 Uhr in Berlin die Demonstration »Stop Bayer/Monsanto!« der gleichnamigen Initiative. Auftaktkundgebung ist der Petersburger Platz. had
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