Hitler kaputt - keine NPD in Karlshorst
Zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus erklärt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD): »Heute steht Berlin international für Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit und unsere Stadt ist eine wachsende Metropole im Herzen Europas. Der 8. Mai erinnert uns daran, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.« Am Ende des Zweiten Weltkriegs sei Berlin ein Trümmerfeld mit hungernden Menschen gewesen.
Für die LINKE stellt die Landesvorsitzende Katina Schubert klar: »Für uns ist und bleibt der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung und der 9. Mai Tag des Sieges über die Unmenschlichkeit.« Die Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Ideologie des Faschismus sei wichtiger denn je. Nicht nur der Fall des Bundeswehrsoldaten, der eine Liste mit potenziellen Anschlagsopfern führte und Munition hortete, zeige, dass Rechtspopulismus und rassistisches Gedankengut auf dem Vormarsch seien.
Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung gibt es an diesem Montag um 10 Uhr auf dem britischen Soldatenfriedhof an der Heerstraße 139 und am Sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide, um 11 Uhr an der Säule der Gefangenen in der Wismarer Straße 26-36, um 11.30 Uhr am Mahnmal des polnischen Soldaten im Volkspark Friedrichshain, um 12 Uhr am Gedenkstein auf dem Ostseeplatz in Prenzlauer Berg, um 16 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal in der Wiltbergstraße in Buch und um 18 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park. In Buch hatte 2016 eine NPD-Kundgebung ein würdiges Erinnern an die Befreiung blockiert. Darum meldete ein Bündnis demokratischer Parteien und Organisationen diesmal für den gesamten Tag eine eigene Kundgebung an dieser Stelle an, um eine Wiederholung des beschämenden Vorgangs zu verhindern.
In die selbe Richtung zielt um 15.30 Uhr das Motto: »Wir feiern die Befreiung - Keine NPD-Kundgebung in Karlshorst!« Sammelpunkte für Gegendemonstrationen sind vor der Rheinsteinstraße 113 und an der Rheinsteinstraße, Ecke Köpenicker Allee. Die NPD will um 16 Uhr »um unsere deutschen Gefallenen« trauern, und zwar an der Rheinsteinstraße 108, nahe des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst. Dort wurde in der Nacht auf den 9. Mai 1945 die Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet.
Am 9. Mai gibt es Gedenkveranstaltungen um 10 Uhr am Ehrenmal im Treptower Park und um 11 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten. Von 15 Uhr bis in den Abend feiert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes am Treptower Park 34-35 mit Musik und russischer Küche. Hier heißt es: »Hitler kaputt! Wer nicht feiert, hat verloren!«
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