Biergärten leiden unter Sommerregen
Der durchwachsene Sommer mit viel Regen, Unwettern und Gewittern hat den Biergärten und Straßencafés in Berlin das Geschäft verdorben. Im Vergleich zur Saison des Vorjahres 2016 habe es bislang Umsatzeinbußen von rund 20 Prozent gegeben, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin, Thomas Lengfelder, der Deutschen Presse-Agentur.
Für die Außengastronomie seien April und Mai wichtige Auftaktmonate, in denen das erste Geld hereinkomme. In diesem Jahr sei es aber »leider sehr schlecht« losgegangen und auch später nicht viel besser geworden. Außer an Christi Himmelfahrt und an Pfingsten seien alle Feiertage in der Region verregnet gewesen.
Nicht nur die Perioden mit langem, starken Dauerregen, sondern auch die Tage mit Schauern zwischendurch hätten den Biergartenbetreibern zu schaffen gemacht. »Dann sind die Gäste weg, und andere kommen den Rest des Tages nicht mehr«, sagte Lengfelder.
In der wetterabhängigen Gastronomie müssten die Arbeitgeber die Festangestellten natürlich auch dann bezahlen, wenn die Gäste ausblieben. Dadurch erhöhe sich der Anteil der Personalkosten.
»Und die Aushilfskräfte stehen auch nicht auf Abruf parat«, fügte der Hauptgeschäftsführer hinzu. Die suchten sich andere Jobs, wenn der Verdienst im Restaurant oder Café zu gering oder zu schwankend sei.
Für die Gastronomie der Metropole insgesamt wird aber am Ende wohl kein schlechtes Jahr herauskommen. Denn die Erfahrung lehre, dass die Gäste, die in den Biergärten fehlten, dann anderswo drinnen speisten und tränken, sagte der Verbandsgeschäftsführer. Das gelte vor allem für die Touristen in der Stadt. Nach aktuellen Zahlen des Tourismusverbands »visit Berlin« verdiente die Wirtschaft 2016 11,6 Milliarden Euro am Tourismus, das waren 8,7 Prozent mehr als 2014. Knapp die Hälfte nahmen Hotels und Restaurants ein. dpa/nd
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