Werbung
  • Politik
  • Sicherheitslage in Afghanistan

Über 30.000 neue Kriegsvertriebene

Große Konferenz zur Lage Afghanistans in Usbekistan geplant / US-Verteidigungsminister Mattis überraschend in Kabul eingetroffen

  • Lesedauer: 2 Min.

Kabul. In Afghanistan sind seit Anfang Januar mehr als 30.000 Menschen vor Kampfhandlungen aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht auf Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Demnach seien allein in Kabul in der vergangenen Woche 1680 Menschen angekommen, die aus den Provinzen Logar, Kapisa, Wardak and Baghlan geflohen seien. Gefechte mit radikalislamischen Taliban nähmen mit dem Ende des Winters nun wieder zu. Im vergangenen Jahr hatten die UN rund 450.000 Binnenflüchtlinge registriert. 2016 waren mehr als 660.000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. Die UN schätzen, dass derzeit rund 900.000 Afghanen unter »unmenschlichen Bedingungen« in Camps leben.

Afghanistan und Usbekistan planen eine große Afghanistankonferenz für Ende März. Für das Treffen im usbekischen Taschkent, das nach Angaben des afghanischen Außenministeriums am 26. und 27. des Monats stattfinden wird, sollen Delegierte aus mehr als einem Dutzend Ländern kommen. Deutschland will laut Auswärtigem Amt den Sonderbeauftragten der Regierung für die Region, Markus Potzel, schicken.

Auf der Agenda stünden Wege zu einem Friedensprozess mit den radikalislamischen Taliban, die nach offiziellen Angaben mittlerweile wieder mindestens 14,3 Prozent des Landes kontrollieren oder beeinflussen, sowie Anti-Terrorismus-Strategien, sagte ein Kabuler Sprecher am Dienstag. Erst vor knapp zwei Wochen hatte Präsident Aschraf Ghani den Taliban bei einer ähnlichen Konferenz in Kabul ein umfassendes Friedensangebot gemacht. Die Taliban waren nicht eingeladen gewesen und haben bisher auf das Angebot nicht reagiert.

Derweil ist US-Verteidigungsminister James Mattis zu einem Überraschungsbesuch in der Hauptstadt Kabul eingetroffen. Das bestätigte der NATO-Sprecher in Afghanistan, Tom Gresback, am Dienstag. Medienberichten zufolge soll Mattis den Oberkommandierenden der NATO- und der US-Streitkräfte, General John Nicholson, treffen. Bestätigt wurde auch ein Treffen mit Präsident Aschraf Ghani. Wie das »Wall Street Journal«, das einen Reporter an Bord des Flugzeuges hatte, berichtete, wolle sich Mattis über den Stand der neuen US-Afghanistanstrategie informieren. Präsident Donald Trump hatte die aggressive Vorgehensweise im August vorgestellt.

Nach Jahren der Truppenabzüge sieht sie angesichts des sich intensivierenden Krieges mit den radikalislamischen Taliban unter anderem die Entsendung von Tausenden zusätzlichen Soldaten sowie sehr viel mehr Luftangriffe vor. Auch die Bundeswehr soll im Rahmen des NATO-Einsatzes zusätzliche Soldaten an den Hindukusch schicken. dpa/nd

Wir-schenken-uns-nichts
Unsere Weihnachtsaktion bringt nicht nur Lesefreude, sondern auch Wärme und Festlichkeit ins Haus. Zum dreimonatigen Probeabo gibt es ein Paar linke Socken von Socken mit Haltung und eine Flasche prickelnden Sekko Soziale – perfekt für eine entspannte Winterzeit. Ein Geschenk, das informiert, wärmt und das Aussteiger-Programm von EXIT-Deutschland unterstützt. Jetzt ein Wir-schenken-uns-nichts-Geschenk bestellen.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -