Mit Videoüberwachung gegen Umweltsünden

  • Florian Brand
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit dem Ziel, die Luftqualität in der Hauptstadt zu verbessern, will die Senatsverwaltung für Umwelt ab Dienstag Autokennzeichen mit Videokameras erfassen lassen. An insgesamt zehn ausgewählten Straßenabschnitten innerhalb und außerhalb der Umweltzone soll die Kennzeichenerhebung bis Donnerstag stattfinden, bestätigte Pressesprecher Matthias Tang.

Es werde nur das Kennzeichen registriert, nicht aber ein Bild des Fahrzeugs oder gar der Insassen. Zudem erfolge keine Abfrage der Halter*innendaten, daher diene die Maßnahme »ausdrücklich nicht der Ahndung von Verstößen gegen die Umweltzone«, heißt es weiter. Die Aktion sei im Vorfeld mit der Berliner Beauftragen für Datenschutz und Informationsfreiheit, Maja Smoltczyk, abgestimmt worden, betonte Tang. »Die automatisierte Auswertung der Kennzeichen erfolgt unter Berücksichtigung der EU-Datenschutzgrundverordnung und des Berliner Datenschutzgesetzes.«

Mit der Aktion soll ermittelt werden, wie sich die technische Ausstattung der Kraftfahrzeuge auf Berliner Straßen verändert hat. Anhand der technischen Daten, die mit dem Kraftfahrtbundesamt abgeglichen werden sollen, will die Senatsverwaltung den Schadstoffausstoß ermitteln. Ähnliche Videoerhebungen wurden erstmals 2008 sowie zuletzt im Jahr 2015 eingesetzt, um die Auswirkungen der Umweltzone auf den Schadstoffausstoß zu untersuchen.

Der Vorsitzende des Naturschutzbundes (BUND), Tilmann Heuser, befürwortete das Projekt. »Das ist notwendig, um abschätzen zu können, wie Maßnahmen wirken«, sagte Heuser dem »nd«. Um Fahrverbote oder Tempo-30-Zonen legitimieren zu können, brauche es entsprechende Begründungen. Dennoch beklagte er: »Es geht nicht darum, möglichst viele Schadstoffe zu reduzieren, sondern lediglich darum, die Grenzwerte zu unterschreiten.«

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.