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Immer schneller, immer fragiler
Stephan Fischer über Rekordstände an den Aktienmärkten
Der Absturz an den weltweiten Aktienmärkten vor ziemlich genau einem Jahr war schon schwindelerregend. Noch atemberaubender ist aber das Tempo, mit dem die Indizes innerhalb von nicht einmal zwölf Monaten nicht nur die Verluste während der weltweiten - und noch immer nicht ausgestandenen - Coronapandemie wieder aufholten, sondern sie sogar übertreffen. Das große Bild darf heute aber durchaus beunruhigen.
Die derzeitigen Rekordstände haben vor allem eine Ursache: Aktien sind mangels anderer renditeträchtiger Anlagen begehrt. Das müsste die- oder denjenigen, der nicht an der Börse involviert ist, erst einmal nicht jucken - das sind im letzten Jahr aber eine große Zahl Menschen mehr geworden.
Der Vierklang aus aggressiver Werbung für neue Broker, keinen Zinsen fürs klassische Sparen sowie die Notwendigkeit, privat fürs Alter vorzusorgen und die utopischen Preise für Immobilien haben immer mehr Menschen, vor allem mit Hilfe von ETFs, an die Börse gelockt - was wiederum die Kurse der Aktien treibt, die in diesen Indexfonds vertreten sind.
Aber: Alles, was steigt, kann auch fallen, zumal die Märkte zunehmend hektischer und fragiler sind - durch Algorithmen, aber auch durch eine Menge neuer Anleger, die ihren ersten Crash noch vor sich hat.
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