Bei der Weltpremiere chancenlos

Bester deutsche Skispringer bei neuer Windregel in Hinterzarten nur 14.

  • Eric Dobias, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei der Weltpremiere der neuen Windregel zum Auftakt des Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten konnten Deutschlands Skispringer vor heimischer Kulisse keinen Jubelsturm entfachen. 24 Stunden nach dem überraschenden zweiten Platz im Teamwettbewerb hinter Norwegen landete Andreas Wank am Sonntag beim Sieg des Schweizers Simon Ammann als bester DSV-Springer auf dem enttäuschenden 14. Rang.

Der durch eine leichte Erkältung gehandicapte 31-jährige Vizeweltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) verpasste nach einem Sprung auf 91 m als 42. sogar das Finale. »Das war heute kein berauschender Wettkampf. Wir sind noch nicht so konkurrenzfähig, wie wir das gerne hätten. Generell sind wir nicht in der Verfassung, in der wir gerne wären«, bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster.

Erstmals in der Geschichte wurde eine vom Weltverband erstellte Windformel getestet, von der sich die FIS vor allem bei wechselnden Bedingungen mehr Fairness erhofft. Eine weitere Neuerung erlebte im zweiten Durchgang ihre Premiere: Nach einem 104,5-m-Satz von Junioren-Weltmeister Wank wurde der Wettbewerb trotz einer Verkürzung des Anlaufs ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die nachfolgenden Springer erhielten wegen der geringeren Anlauflänge Bonuspunkte, die sich nach einer komplizierten Formel errechneten. »Die Regel bietet die Möglichkeit einer objektiveren Bewertung der Leistung eines Springers. Man muss das über den Sommer in Ruhe durchspielen«, befand Schuster.

»Das ist eine interessante Geschichte, aber man muss mal abwarten, wie sich das auf der Großschanze auswirkt«, sagte Georg Späth. Der Vorjahrssieger aus Oberstdorf kam bei seinem Comeback nach fast einjähriger Verletzungspause auf den 15. Platz. »Es war ein ordentlicher Wettkampf, aber mehr drin. Ich bin insgesamt zufrieden und werde konzentriert weiterarbeiten«, sagte Späth nach Sprüngen von 96 und 95 m. Am Vortag hatte er mit 103,5 und 103 m maßgeblich zum zweiten Platz des DSV-Quartetts beigetragen.

In der Nordischen Kombination feierte der Schweizer Ronny Heer einen Überraschungssieg vor dem Franzosen Jonathan Felisaz. Der Oberwiesenthaler Eric Frenzel belegte nach einem Sprung und dem 15-km-Lauf auf Inlineskates bei strömenden Regen als bester Deutscher Rang drei vor dem Vizeweltmeister Tino Edelmann (Zella- Mehlis).

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.