Abwrackprämie

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Nun also doch. Michael Schumacher fährt wieder in der Königsklasse des Motorsports – und der gesamte Formel-1-Zirkus um den milliardenschweren Zampano Bernie Ecclestone jubelt begeistert ob des schon hörbaren Kassenklingelns. RTL's Boxengassenrenner Kai Ebel freut sich auf rauschende Ü 40-Partys, sein Fernsehsender auf hochschnellende Einschaltquoten und steigende Werbeeinnahmen, die Rennstreckenbesitzer auf mehr zahlende Zuschauer. Auch Schumachers Manager und Fanartikelvertreiber Will Weber reibt sich die Hände: Schließlich müssen alle treuen Rotkäppchen jetzt modisch auf die neue Silberpfeilkollektion umrüsten.

Ob die Rückkehr des Rekordweltmeisters aber auch sportlich zur Bereicherung wird, ist mehr als fraglich. Mehr als drei Jahre hat der Frührentner – zumindest auf vier Rädern – ohne Rennkilometer zugebracht. Technik und Fahrverhalten der Formel-1-Boliden haben sich in der vergangenen Saison grundlegend verändert und so mancher Kurs im Kalender ist für ihn im Gegensatz zu den jüngeren Kollegen fahrerisches Neuland. So könnte für den Ehrgeizling das Comeback schnell zur Enttäuschung werden – und die sieben Millionen Euro jährlich von Mercedes zur Abwrackprämie.

Mark Wolter

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