Brand mit neuer Zuversicht
Handballer gewinnen Vier-Nationen-Turnier
Erst lobte er seine Turniersieger, dann brach er eine Lanze für den in die Kritik geratenen Spielmacher Michael Kraus: Handball-Bundestrainer Heiner Brand reiste mit neuer Zuversicht, wichtigen Erkenntnissen und dem uneingeschränkten Bekenntnis zu seinem verletzten Kapitän vom Bring Cup in Norwegen nach Hause. »Ich setze zu 100 Prozent auf Michael Kraus, er muss nur richtig fit sein«, sagte Brand am Sonntag und sprach sich gegen einen freiwilligen Verzicht seines Regisseurs auf das Kapitänsamt aus: »Er soll gar nichts abgeben. Wir sind ständig im Gespräch und in engem Kontakt und werden die Lösung finden, die gut für ihn ist. Das wird mannschaftsintern geregelt.«
Beim Vier-Nationen-Turnier hatte der Lemgoer Kraus wegen einer Knieverletzung gefehlt. »Nur deswegen war er nicht dabei. Drei Spiele wären zu viel gewesen für ihn. Aber er wird der Mannschaft sehr gut tun, wenn er wieder fit ist«, erklärte Brand. Schon bei der EM Anfang des Jahres in Österreich war Michael Kraus wegen nicht auskurierter Knieverletzung nicht in Form gewesen. Anschließend war von allen Seiten Kritik auf ihn eingeprasselt und seine Rolle als Kapitän infrage gestellt worden. Und auch Brand hatte jüngst dessen nicht immer professionelle Einstellung moniert.
Auf der Fähre von Oslo ins dänische Frederikshavn und der anschließenden Busfahrt genossen Bundestrainer und Spieler jedoch erstmal den überraschenden Turniersieg. »Ich hatte damit nicht gerechnet. Das ist sehr erfreulich«, bekannte er. Der 27:26-Erfolg am Sonnabend gegen Dänemark versöhnte Brand auch für den dürftigen Auftritt beim 22:25 gegen Schweden. Zum Auftakt hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes Gastgeber Norwegen mit 28:27 bezwungen. »Wir haben zweimal die besten Spiele seit der Qualifikation im vorigen Sommer gemacht«, lobte Brand sein Team.
Der insgesamt beherzte Auftritt seiner Mannschaft spiegelte sich auch im Allstar-Team des Turniers wieder, in das mit Kapitän Pascal Hens, Kreisläufer Sebastian Preiß und Torhüter Silvio Heinevetter gleich drei seiner Mannen gewählt wurden. Trotzdem ging Brand wegen der verpatzten Schwedenpartie hart ins Gericht mit seinen Spielern. Doch auch dies wertete er letztlich als lehrreich für die WM-Qualifikation am 12. Juni in Dortmund und am 20. Juni in Pylaia gegen Griechenland. »Ich glaube, das hat viel geholfen. Wir sind gewarnt durch das Spiel gegen Schweden«, erklärte Brand und forderte einmal mehr in jeder Begegnung Leidenschaft von seinen Akteuren. »Wir haben gesehen, dass es ohne Einsatz nicht geht«, sagte er.
Oldenburg verpasst Finale
Die Handball-Frauen des VfL Oldenburg haben das Finale im Europapokal der Pokalsieger knapp verpasst. Die Mannschaft gewann das Halbfinal-Rückspiel beim dänischen Vertreter KIF Vejen am Sonnabend zwar mit 25:22 (12:12). Nach der 17:25-Hinspielniederlage musste das Team den Traum vom Endspiel begraben. Erfolgreichste Oldenburger Werferinnen waren Angie Geschke (8) sowie Sabrina Neuendorf und Wiebke Kethorn mit je vier Toren.
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