Mit nur einem Sieg ins Finale
Atlético Madrid trifft heute in Hamburg auf den FC Fulham
Der Europäische Fußball-Verband hat sich solche Mühe gegeben: Ein neuer Name, ein neues Logo, eine neue Hymne – ein verbessertes Image für den ungeliebten UEFA-Cup sollte her, mehr Präsenz und Marketingmöglichkeiten für den Wettbewerb, der lange als Pokal der Verlierer galt. Und nun das: Im ersten Finale der Europa League treffen heute Abend in Hamburg nicht wie von der UEFA erhofft die großen Namen Juventus Turin, Liverpool, Valencia oder Ajax Amsterdam aufeinander, sondern Atlético Madrid und der FC Fulham.
Beide Klubs sind international bisher kaum aufgefallen und auch in den heimischen Ligen dümpeln sie im Schatten der namhaften lokalen Konkurrenz dahin. Fulham hat in London mit Chelsea, Arsenal und Tottenham gleich drei erfolgreichere Rivalen. Atlético liegt in der Primera Division satte 48 Punkte hinter Real und hat nach dem Vorrundenaus in der Champions League das Kunststück fertig gebracht, mit nur einem Sieg das heutige Endspiel der Europa League zu erreichen: In insgesamt 14 europäischen Partien dieser Saison feierten die Spanier lediglich zwei Erfolge.
Folglich hoffen beide Finalisten auf den europäischen Titel. »Wir denken nur an den Sieg«, sagte Atléticos Simao euphorisiert und auch Fulhams Kapitän Danny Murphy gibt sich optimistisch: »Wir wollen das Märchen vollenden.« Lediglich der isländische Vulkan Eyjafjallajökull trübte mit seiner sich wieder ausbreitenden Aschewolke die Stimmung. Viele der 12 500 spanischen Fans saßen gestern noch auf den Flughäfen fest. »Es wäre eine Schande, ohne sie zu spielen«, sagte Madrid-Trainer Quique Sanchez Flores. Die Spanier hoffen noch auf volle Ränge – die UEFA mit ihrem neuen Premiumprodukt auch.
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