Gewinnen statt Schönspielerei
Trainer José Mourinho soll Real Madrid zurück zum Erfolg führen
Der teuerste Verein der Welt hat nun auch den teuersten Trainer: Bei Real Madrid schwingt seit gestern José Mourinho das Zepter. Der Portugiese unterschrieb am Montag bei den »Königlichen« einen Vierjahres-Vertrag, der ihm pro Saison zehn Millionen Euro netto einbringen soll. Bereits die Vorstellung im Bernabéu-Stadion trug die Handschrift des 47-Jährigen. Real-Boss Florentino Pérez, dem der Wechsel acht Millionen Euro Ablöse an Inter Mailand wert war, wollte einen pompösen Empfang auf der Ehrentribüne, doch Mourinho setzte eine schlichte Vorstellung vor Journalisten im Presseraum durch.
Gleich zu Beginn stichelte er seinen seit zwei Jahren titellosen Arbeitgeber, der in der Presse bereits als »Real Moudrid« kolportiert wird: »Was mich am meisten an Real Madrid reizt, sind seine Geschichte und die Frustrationen der vergangenen Jahre – und natürlich die Aussicht auf Titel.« Mourinho hatte bereits zuvor sein großes Ziel proklamiert, als erster Coach mit drei verschiedenen Klubs den Meister- und den Champions-League-Titel zu gewinnen. Mit dem FC Porto und zuletzt mit Inter Mailand ist ihm das schon geglückt.
Statt aber große Versprechungen abzugeben, bat Mourinho erstmal um Geduld: »Es braucht Zeit, eine gute Mannschaft zu formen.« Dabei komme es auf den Teamgeist an, nicht bloß auf Einzeltalente, sagte er – auch in Richtung seines Landsmannes Cristiano Ronaldo. »Er ist ein großartiger Spieler, aber zuerst kommt die Mannschaft.« Er fürchte sich vor keinem Rivalen, auch nicht vor Reals Erzfeind FC Barcelona, betonte Mourinho: »Das Wort Angst gibt es in meinem Wörterbuch nicht.«
Der Portugiese, der in England als »The Special One« bekannt war und in Madrid bereits »The Real One« genannt wird, wies den Vorwurf zurück, er pflege unattraktiven Defensivfußball. Schließlich habe er in einem Uefa-Cup- und zwei Champions-League-Finalen gestanden: »Wir haben sie alle drei gewonnen und acht Tore geschossen.« Dies lag auch daran, »dass es einen großen Trainer gab«, fügte er ganz unbescheiden hinzu. Dennoch gehe es ihm in erster Linie nicht darum, »schön« mit Real Madrid zu spielen. »Das Schöne ist, zu gewinnen.«
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