Londons »Globe« zieht nach Berlin

Regisseur Emmerich übergibt Filmkulissennachbau des britischen Theaters an Berliner Company

  • Lesedauer: 2 Min.

Von Marion van der Kraats, dpa

Ein merkwürdig anmutender runder Bau steht in Potsdam – verlassen, abgeschlossen. Dort haben viele Szenen von Roland Emmerichs Film »Anonymous« gespielt. Der Rundbau wird nun ein wunderbares Geschenk für eine Theatergruppe. Hollywood-Regisseur Roland Emmerich (»Independence Day«) überlässt die Spielstätte zahlreicher Theaterszenen seines Shakespeare-Films »Anonymous« nämlich einer Berliner Theatergruppe. Diese will das originalgetreu gestaltete Globe Theatre zunächst auf einer Freifläche in Berlins Mitte aufbauen, ehe ein dauerhafter Platz gefunden wird. Der Besitzerwechsel ist perfekt – und die Shakespeare Company Berlin damit dem Traum vom eigenen Theater bedeutend näher gekommen. Die Kulisse stehe beim Filmstudio Babelsberg zum Umzug bereit, sagte der Künstlerische Leiter des Ensembles, Christian Leonhard, der dpa.

Seine Truppe macht seit zehn Jahren Volkstheater und will das Publikum komödiantisch und musikalisch unterhalten. Neben zahlreichen Gastspielen im deutschsprachigen Raum tritt das Ensemble im Berliner Bezirk Neukölln auf. »Ohne eigenes Haus ist man aber nur eine Gruppe von vielen«, meinte Leonhard. Mit Emmerichs Hilfe soll sich das nun ändern: Das Globe Theatre soll das neue Zuhause werden. Die Kulissenbauer des Studios Babelsberg haben das dreistöckige Holz-Theater dem historischen elisabethanischen Theaterbau in London nachempfunden, in dem die Stücke des englischen Dramatikers William Shakespeare (1564-1616) gespielt werden. Bis zu 750 Zuschauer sollen darin Platz finden.

Vorangegangen ist eine enge Zusammenarbeit der Berliner Theatergruppe mit dem »Anonymous«-Filmteam: Neben neun Schauspielern waren etwa 20 weitere Mitarbeiter der Company an den Dreharbeiten beteiligt. Umbauarbeiten am Theater würden nun noch einmal rund 800 000 Euro kosten, schätzt Leonhard. Dafür werden Sponsoren gesucht. Ab Frühling 2011 soll dann im »Globe« gespielt werden.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.