»Wegweiser Demenz« im Internet

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin (dpa/ND). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will Demenz-Kranke und Angehörige erstmals aus einer Hand über Hilfsangebote informieren. Dazu hat Schröder das Internetportal »Wegweiser Demenz« freigeschaltet, wie ihr Ministerium am Montag in Berlin mitteilte. »Wir müssen den Erkrankten eine Stimme geben, pflegende Angehörige unterstützen und Ehrenamtliche in ihrem Engagement bestärken«, sagte Schröder vor dem Welt-Alzheimertag an diesem Dienstag.

In dem Portal sind Informationen zu finden zu Therapie-, Pflege- und Hilfsangeboten, zu gesetzlichen Leistungen und den Rechten und Pflichten von Demenzkranken und ihren Angehörigen, ferner Videos mit Beispielen für den Umgang mit der Krankheit. Eine Datenbank umfasst Adressen und Ansprechpartner von Gesundheitsämtern, Pflegekassen oder Tagespflegeeinrichtungen.

Der Präsident der deutschen Alterspsychiater, Hans Gutzmann, kritisierte eine verkehrte oder fehlende Behandlung vieler Betroffener. »Bei psychisch kranken Älteren, insbesondere den Alzheimer-Kranken, herrscht seit Jahren eine klare medizinische Unter- und Fehlversorgung«, sagte er. »Viele Alzheimer-Patienten sind unerkannt und werden nicht behandelt.« Nur etwa jeder zehnte Alzheimer-Kranke komme mit einem Facharzt in Kontakt. Der Vorsitzende der Hirnliga, Hans-Jürgen Möller, mahnte: »Bei einer frühzeitigen Diagnose und rechtzeitigem Beginn der Therapie ist es möglich, den Verlauf der Alzheimer-Krankheit positiv zu beeinflussen.« Medikamente, andere Therapien und die Pflege sollten in einem Gesamtkonzept eingesetzt werden.

www.wegweiser-demenz.de

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.