Volleyballerinnen wahren WM-Chance
Erst Frust nach unnötigem 1:3 gegen Italien, dann Freude über das 3:0 gegen Tschechien
Nach ihrer Wiederauferstehung haben die deutschen Volleyball-Frauen bei der WM in Japan plötzlich wieder alle Halbfinalchancen. Denn nach dem 1:3 gegen Europameister Italien folgte ein 3:0-Sieg gegen Tschechien.
Nun wartet am Dienstag der schwerste Brocken in der Zwischenrundengruppe F: Olympiasieger Brasilien. Allerdings erhielten die deutschen Frauen im Kampf um den Halbfinaleinzug unverhofft Schützenhilfe durch die Italienerinnen, die gegen den bis dahin in 15 Pflichtspielen ungeschlagenen Goldanwärter USA mit 3:1 siegten. Damit liegt Deutschland als Gruppendritter nur einen Punkt hinter den USA. Bei einem Sensationssieg am Dienstag winkt der deutschen Auswahl das Halbfinale, in das die beiden besten Teams dieser Gruppe einziehen.
Nach dem eminent wichtigen 3:0 (25:8, 25:17, 25:16) am Sonntag in nur 64 Minuten gegen Außenseiter Tschechien jubelte Bundestrainer Giovanni Guidetti: »Das war ein Endspiel für uns im Hinblick auf das weitere Turnier. Nun scheint wieder alles möglich.« Wie stark das junge deutsche Team einen Tag nach der unnötigen 1:3-Pleite gegen Italien gegen Tschechien auftrumpfte, zeigte vor die Reaktion des frustrierten Gegners. »Das Ergebnis spricht für sich. Es war eine Lehrstunde«, sagte Tschechiens Trainer Jiri Siller. Sein deutscher Kollege Guidetti konnte sein Glück dagegen kaum fassen: »Mein Team hat dieses Spiel nicht nur so gespielt, wie ich es vorgegeben hatte, sondern noch viel besser. Wir haben im gesamten Match nur vier Fehler gemacht. Das ist eine unglaubliche Quote.«
Nur 18 Stunden zuvor herrschte bei den deutschen Frauen noch tiefe Ratlosigkeit. »Ich habe ja schon einige Spiele gemacht, aber warum das so gelaufen ist, kann ich nicht erklären«, sagte Oldie Kerstin Tzscherlich nach dem 1:3 (25:22, 30:32, 8:25, 15:25) gegen Italien. Im zweiten Satz sah es schon nach einer deutschen 2:0-Satzführung aus, doch gleich fünf Satzbälle konnten die DVV-Frauen nicht nutzen und scheiterten mit 30:32.
Was danach folgte, war ein regelrechter Einbruch. Ohne den Hauch einer Chance agierten die deutschen Frauen im dritten Durchgang und gaben diesen ohne Gegenwehr ab. Auch im vierten Satz blieben sie chancenlos. »Wir haben zu viele Fehler gemacht«, sagte Bundestrainer Guidetti danach ein wenig ratlos. »Wir haben die ersten beiden Sätze gut gespielt und hätten eigentlich mit 2:0 in Führung gehen müssen«, meinte auch Spielführerin Christiane Fürst voller Frust. Der wich einen Tag später beim 3:0 gegen Tschechien der eitlen Freude. dpa/ND
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.