Zielvorgabe erfüllt

Volleyballerinnen haben WM-Platz acht sicher

  • Lesedauer: 2 Min.

Giovanni Guidetti fiel Christiane Fürst stürmisch um den Hals, bei Margareta Kozuch kullerten die Freudentränen und Kerstin Tzscherlich forderte tanzend ihr Siegerbier: Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der WM in Japan Platz acht bereits sicher und dürfen sich über die erfolgreichste WM-Teilnahme seit 16 Jahren freuen. Im letzten Spiel der Zwischenrunde wurde Erzrivale Niederlande teilweise vorgeführt.

»Es ist unglaublich. Seit vier Jahren träume ich von diesem Moment, seit acht Wochen habe ich nicht mehr richtig geschlafen. Es ist eine Ehre für mich, dieses Team zu trainieren«, sagte der ergriffene Guidetti nach dem 3:1 (25:12, 25:14, 19:25, 27: 25) gegen den Vize-Europameister.

Die mit 25 Punkten überragende Angreiferin Kozuch konnte ihr Glück kaum fassen. »Es war so viel Emotion, so viel Druck in diesem Spiel. Jetzt fällt alles ab«, sagte die 24-Jährige und wischte sich die Tränen aus den Augen: »Jetzt spielen wir ohne Druck und haben es verdient, hier noch mehr Spiele zu gewinnen.«

Ärgerlich dürfte allein das unnötige 1:3 gegen Italien sein. Hätte das Team, das bei einer 1:0-Führung im zweiten Durchgang fünf Satzbälle vergab, den Europameister besiegt, stünde es wahrscheinlich im Halbfinale. Da Italien auch noch gegen Kuba verlor, sind nun die USA unter den besten Vier.

Derlei Gedankenspiele waren der Mannschaft jedoch völlig egal. Schließlich hat sie die von Verbandspräsident Werner von Moltke vorgegebene Zielsetzung Platz acht souverän erfüllt. Nach dem Match belohnten sich die Spielerinnen mit einer kleinen Feier in einer Pizzeria und schmiedeten bereits Pläne für den weiteren Turnierverlauf.

Am Samstag trifft die Mannschaft mit neun WM-Debütantinnen in der Runde um die Plätze fünf bis acht zunächst auf die Türkei. Zuletzt hatte eine deutsche Frauenauswahl 1994 Platz fünf belegt. DDR-Teams wurden 1974 und 1986 jeweils Vierte. SID/ND

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