Ausrutschen verboten
Bayer Leverkusen will Einzug in K.o.-Runde
Auf der Europa League-Expedition in die Kälte will Bayer Leverkusen bei Rosenborg Trondheim nicht ausrutschen. »Es wird ein ungewöhnliches Spiel, aber wir fahren nach Norwegen, um zu gewinnen und in die K.o.-Runde einzuziehen«, sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes vor der Partie. Minus 16 Grad zeigte das Thermometer bei der Ankunft des Bundesligisten in der Stadt des 21-maligen norwegischen Meisters.
Es spricht viel dafür, dass Bayer das Weiterkommen schafft – aber nicht alles. Die Werkself gewann das Heimspiel gegen Rosenborg mit 4:0, führt die Tabelle der Gruppe B ungeschlagen mit 8 Punkten vor Atlético Madrid (7), Aris Saloniki (4) und Trondheim (3) an. Doch Heynckes ist gewarnt.
Als er in der Saison 1997/1998 mit Real Madrid die Champions League gewann, bezog er mit dem spanischen Spitzenklub die einzige Niederlage (0:2) bei Rosenborg. »Man hat auch in diesem Jahr gesehen, dass Trondheim zu Hause anders spielt«, sagte der 65-Jährige. So gewannen die »Troillongan« (Trollkinder) gegen Saloniki (2:1) und vergaben erst am Ende gegen Madrid (1:2) ein Remis. Allerdings konnten die Norweger nach dem Saisonende am 7. November ihre Form nur in Testpartien erhalten. Zuletzt gab es im belgischen Mechelen eine 0:4-Niederlage.
»Ein Sieg muss unser Anspruch sein«, sagte Manuel Friedrich, der bei einem Ausrutscher die Gefrierschrank-Temperatur als Ausrede nicht gelten lässt: »Die Witterung ist für beide Teams gleich.« Sein finnischer Kollege aus der Innenverteidigung, Sami Hyypiä hat ein gutes Rezept für die Kälte parat: »Viel bewegen auf dem Spielfeld.«
Gar nicht mitgereist sind der ausgelaugte Kapitän Simon Rolfes und Tranquillo Barnetta, der seit dem 2:2 in Hoffenheim ein dickes Knie hat. »Ich will bei den Beiden kein Risiko eingehen und sie schonen«, sagt Heynckes. Dabei sind dafür die zuletzt angeschlagenen Arturo Vidal und Eren Derdiyok, für den aber Patrick Helmes stürmen wird. Der hatte im Hinspiel drei Tore gegen Rosenborg erzielt.
»Wir wollen nicht erst im Spiel gegen Atlético Madrid alles klar machen. Die Ausgangsposition ist gut, die Chance wollen wir nutzen«, forderte Sportdirektor Rudi Völler. »Es ist eine Charakterfrage«, meinte Völler, »aber die Mannschaft hat ja schon oft bewiesen, dass sie Charakter hat.« dpa
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