Goldfieber statt Grippevirus

Die deutschen Bobpiloten starten optimistisch in die Heim-WM in Königssee

  • Lesedauer: 2 Min.

Der Grippevirus ist überstanden, jetzt hat das Goldfieber das deutsche Team gepackt: Bei der heute beginnenden Bob- und Skeleton-WM in Königssee wollen die Gastgeber der Konkurrenz wieder einmal davonfahren. Vor allem Bob-Cheftrainer Christoph Langen setzt seine Athleten nach der erfolgreichen Weltcupsaison mit einem überaus ehrgeizigen Ziel unter Erfolgsdruck. »Wir wollen in allen drei Wettbewerben den Titel holen«, sagte der zweimalige Olympiasieger vor seiner Feuertaufe als neuer Cheftrainer. Anders als sein Vorgänger, Raimund Bethge, stellt Langen auch öffentlich hohe Ansprüche: »Diesem Druck müssen die Sportler gewachsen sein.«

An einen großen Heimvorteil auf der für 22 Millionen Euro modernisierten ältesten Kunsteisbahn der Welt in Königssee glaubt das deutsche Team allerdings nicht. »Die Konkurrenz wird uns hier auf Augenhöhe begegnen«, so Langen. Zum Glück haben sich die deutschen Piloten rechtzeitig von einem Grippevirus erholt, der fast die komplette Mannschaft kurz vor der WM flachgelegt hatte.

Große Chancen auf das erste Gold hat in den vier Läufen heute und morgen die Winterbergerin Sandra Kiriasis mit ihrer Anschieberin Berit Wiacker. »Ich trete bestimmt nicht an, um da um Platz sechs mitzufahren«, sagte die Olympiasiegerin von 2006, die ihren vierten WM-Titel anpeilt. Ebenfalls mit Medaillenambitionen starten Cathleen Martini (Oberbärenburg) und Kiriasis' ehemalige Anschieberin Anja Schneiderheinze-Stöckel (Winterberg).

Im Zweier der Männer sowie im Vierer eine Woche später ruhen die Hoffnungen vor allem auf Shootingstar Manuel Machata. Nach seiner Debütsaison mit dem Weltcup-Gesamtsieg im großen Schlitten und Platz zwei im Zweier hat den 26-Jährigen jeder auf dem Zettel. »Das juckt mich gar nicht. Ich ziehe mein Ding durch«, sagte der Europameister aus Potsdam. Auch Thomas Florschütz, der Olympia-Zweite aus Riesa, ist zuversichtlich: »Wenn wir die leichten Abstimmungsprobleme in den Griff bekommen, greifen wir vorne an.«

Bei den Skeletonis geht die Olympia-Dritte Anja Huber (Berchtesgaden) als Favoritin ins Rennen. Die deutschen Männer haben nur Außenseiterchancen. SID

Zeitplan Bob- und Skeleton-WM

Heute
Bob Frauen, 1./2. Lauf 10.30

Samstag
Bob Männer Zweier, 1./2. Lauf 9.30
Bob Frauen, 3./4. Lauf 13.00

Sonntag
Bob Männer Zweier, 3./4. Lauf 10.30
Teamwettbewerb 14.30

24. Februar
Skeleton Männer, 1./2. Lauf 10.30

25. Februar
Skeleton Männer, 3./4. Lauf 9.00
Skeleton Frauen, 1./2. Lauf 12.30

26. Februar
Bob Männer Vierer, 1./2. Lauf 11.50
Skeleton Frauen, 3./4. Lauf 15.30

27. Februar
Bob Männer Vierer, 3./4. Lauf 12.30

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