Axel Teichmann lässt Langläufer hoffen

Frauen laufen der Weltklasse weit hinterher

  • Gerald Fritsche, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

Aufatmen bei Axel Teichmann und Co, sorgenvolle Blicke bei Evi Sachenbacher-Stehle und den deutschen Langlauffrauen: Vier Tage vor WM-Beginn gab es beim Weltcup in Drammen erste Fingerzeige, was von den Schützlingen von Bundestrainer Jochen Behle am Holmenkollen erwartet werden kann. Axel Teichmann (Bad Lobenstein) wurde über 15 Kilometer klassisch hervorragender Achter – nach sechswöchiger Krankheitspause. Da auch Tobias Angerer (Vachendorf) und Jens Filbrich (Frankenhain) als 16. und 18. gute Ergebnisse ablieferten, sind Hoffnungen auf die eine oder andere WM-Medaille nicht mehr utopisch.

Das sieht bei den Frauen anders aus. Über 10 Kilometer deklassierte Marit Björgen (Norwegen) die Konkurrenz und zeigte auch den deutschen Läuferinnen ihre Grenzen. Besonders die Zeitabstände waren deprimierend. Nicole Fessel (Oberstdorf) als 22. hatte über zwei Minuten Rückstand. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl), verlor als 51. sogar über drei Minuten auf Björgen. »Was willst du denn machen? Nach all den Problemen im Saisonverlauf kann man nicht plötzlich vorn sein. Wir müssen uns wie vor einem Jahr bei Olympia auf spezielle Rennen konzentrieren und dort versuchen, das Maximale herauszuholen. Aber schon das wird schwer«, so Behle.

»Das war ganz ordentlich. Ich bin mit der Leistung und dem Ergebnis zufrieden. Aber es ist noch lange nicht das, was ich will. Ich habe das Rennen praktisch ohne Vorbereitung bestritten«, meinte Teichmann, der von der Zusammenarbeit mit dem am Ende Zweitplatzierten Martin Johnsrud Sundby profitierte. Obwohl Teichmann rund 300 Wettkampfkilometer in diesem Winter fehlen und er seit dem Ausstieg bei der Tour de Ski am 3. Januar kein Rennen mehr bestritten hat, will er die Saison nicht abhaken. »Wir haben gezeigt, dass wir auch mannschaftlich wieder auf einem guten Weg sind. Das ist in Bezug auf die Staffel eine gute Sache. Aber wir wollen uns nicht nur darauf konzentrieren. Es gibt zuvor noch einige interessante Einzelentscheidungen.« Deshalb wird Behle auch sehr sorgfältig abwägen, wer welche Rennen bestreitet. Angerer will in jedem Fall bei den Massenstartwettbewerben an den Start gehen, da er im Kampf Mann gegen Mann die größten Möglichkeiten sieht. »Es geht wieder richtig gut und ich freue mich auf Oslo«, sagte Angerer.

Die beiden Teamentscheidungen sind für die deutschen Frauen wie in Vancouver wohl die einzige Chance, ins Rampenlicht zu laufen. Und da hofft Behle, dass bei Sachenbacher-Stehle vielleicht doch noch der berühmte »Knopf« aufgeht. »Die Hoffnung stirbt zuletzt«, meinte die Teamsprint-Olympiasiegerin schon etwas verzweifelt.

Männer, 15 km klassisch: 1. Rickardsson (Schweden) 37:19,1 min, 2. Johnsrud Sundby (Norwegen) + 29,0 s, 3. Northug (Norwegen) + 30,0, ... 8. Teichmann (Bad Lobenstein) + 56,3, 16. Angerer (Vachendorf) + 1:18,3; 18. Filbrich (Frankenhain) + 1:23,0. 1,6 km Sprint/Freistil: 1. Jönsson (Schweden) 3:04,8, 2. Harvey (Kanada) + 0,6, 3. Northug + 0,9, ... 30. Heun (Gersfeld).

Frauen, 10 km klassisch: 1. Bjørgen (Norwegen) 27:31,9 min, 2. Kowalczyk (Polen) + 17,3 s, 3. Saarinen (Finnland) + 23,6, ... 22. Fessel + 2:06,6, 23. Zeller (beide Oberstdorf) + 2:09,2. 1,2 km Sprint/Freistil: 1. Randall (USA) 2:17,2, 2. Caspersen Falla (Norwegen) + 0,3 s, 3. Kalla (Schweden) + 0,6, ... 19. Herrmann (Oberwiesenthal), 32. Kolb (Buchenberg).

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