Aachener Partymuffel
Bittere Augsburg-Pleite gegen Alemannia
Nach der herben Heimpleite verschlug es Augsburgs Trainer Jos Luhukay fast die Sprache. »Es ist bitter, die Analyse fällt mir nach diesem Spiel sehr schwer«, sagte er nach dem 1:2 (1:2) des Zweitligisten am Ostersonntag gegen Alemannia Aachen. »Aachen hat aus dem Minimalen das Maximale erreicht. Wir haben es einfach nicht geschafft, aus unserer Überlegenheit Kapital zu schlagen«, ärgerte sich der 47-jährige Coach. Bei einem Sieg hätten die Schwaben dem ärgsten Verfolger VfL Bochum auf acht Punkte enteilen können, bei nur noch drei Spielen hätte dies den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga so gut wie perfekt gemacht. Doch nach dem Tiefschlag müssen sich die Augsburger nun erst einmal neu sammeln.
Vor der Partie hatte sich Luhukay noch über die Ausrutscher der gesammelten Aufstiegskonkurrenz freuen können, auf dem Spielfeld traf es dann vor 25 130 Zuschauern schnell die Schwaben. Wie aus dem Nichts brachte Shervin Radjabali-Fardi die Gäste in Führung (13. Minute), Kevin Kratz legte zum Entsetzen der Augsburger Fans mit einem satten Weitschuss wenig später (24.) nach. »Wir sind kalt erwischt worden«, klagte Luhukay. Fortan agierte das Heimteam, bei dem Routinier Michael Thurk zunächst wieder einmal nur auf der Bank saß, völlig verunsichert. Nach vorne lief nichts mehr zusammen, erst mit dem verwandelten Foulelfmeter von Stephan Hain kurz vor der Pause (40.) kehrte wieder die Hoffnung in die Arena zurück.
Nach dem Wechsel erhöhten die Hausherren den Druck, doch Zählbares wollte einfach nicht herausspringen. Am Ende mussten die Schwaben nach zehn Spielen ohne Niederlage den Platz wieder einmal als Verlierer verlassen. »Wir hatten uns als Ziel gesetzt, hier die Party zu crashen«, erklärte Aachens Torschütze Kratz. »Das ist uns ganz gut gelungen.« Aachens Coach Peter Hyballa freute sich ebenfalls über den unerwarteten Coup, zollte aber Augsburg Respekt. »Sie haben eine tolle Mannschaft, einen tollen Trainer und einen tollen Manager – und sie werden aufsteigen.«
Der unerwartete Ausrutscher des ärgsten Rivalen sorgte in Berlin für zusätzliche Motivation. Für Hertha BSC bedeutet schon ein Remis beim MSV Duisburg (n. Red.) den Aufstieg, doch nun soll auch die Zweitliga-Meisterschaft her. »Ich will jetzt Erster werden und die Schale in den Händen halten«, kündigte Mittelfeldabräumer Peter Niemeyer an. Trotz der klar besseren Tordifferenz und neun Punkten Vorsprung auf den Dritten Bochum fordert Trainer Markus Babbel volle Konzentration: »Erst wenn rechnerisch alles klar ist, wird gefeiert.« dpa/ND
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