Pandora-Börsengang wird zum Debakel
Schlechte Kursprognose für das Internetradio
New York/Berlin (dpa/ND). Gerade eben noch waren die Aktien des Internetradios Pandora heiß begehrt – am Donnerstag löste sich fast ein Viertel ihres Werts in Luft auf. Die Aktie ist jetzt ganze 17 Prozent billiger als zum Börsenstart mit 16 Dollar. Und sie könnte noch viel tiefer sinken, wenn die Anleger sich vom Börsenanalysten Rich Greenfield leiten lassen. Der Experte der Finanzfirma BTIG riet nicht nur zum Verkauf der Anteile, sondern räumte der Aktie eine Kursprognose von lediglich 5,50 Dollar ein. Ein solches Szenario wäre eine brutale Geldvernichtung für alle Anleger, die am ersten Handelstag bis zu 26 Dollar in ein Pandora-Papier investiert haben.
Dabei sind Greenfields Argumente seit Monaten bekannt. So verweist er auf die hohen Lizenzgebühren, die Pandora an die Plattenfirmen entrichten muss, wenn Nutzer sich online Musik anhören. Zudem ging schon aus ihrem Börsenprospekt hervor, dass die Lizenzzahlungen rund die Hälfte der Umsätze verschlingen.
Der Einsturz des Pandora-Börsenmärchens platzt mitten in die Euphorie um Internet-Aktien, die Kritiker schon an die Börsenblase zur Jahrhundertwende erinnert. In den vergangenen Wochen stürmten mehrere Unternehmen mit bescheidenen Zahlen und ambitionierten Zukunftsplänen zu Milliarden-Bewertungen an die Börse. Jetzt setzt Ernüchterung ein.
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