Positive Schlappe

Bachs Chancen auf den IOC-Vorsitz gestiegen

  • Lesedauer: 2 Min.
Die Wahlschlappe von München im Kampf um die Winterspiele 2018 könnte in zwei Jahren schon einen positiven Effekt haben für Thomas Bach, der als Favorit auf die Nachfolge von IOC-Präsident Jacques Rogge gehandelt wird.

Thomas Bach wirkte am Morgen nach dem Münchner K.o. von Durban noch immer wie ein angeschlagener Boxer. »Unser Bid Book ist zu Staub zerfallen. Die Enttäuschung ist da, man steckt sie nicht so leicht weg«, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes deprimiert.

Während sich der IOC-Vizepräsident noch fragte, »welches Gute das Schlechte haben könnte«, lieferten IOC-Kollegen schon die mögliche Antwort. »Das klare Votum gegen München war getragen von der Überzeugung vieler, dass die Koreaner nach zwei gescheiterten Bewerbungen einfach dran waren«, sagte René Fasel, Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF: »Was in Durban passiert ist, könnte Thomas Bach helfen, wenn er 2013 Nachfolger von Jacques Rogge als Präsident des IOC werden will. Etliche denken: Wir haben dich vor zwei Jahren mit München hängen lassen. Das machen wir jetzt wieder gut.«

Nicht nur Gian-Franco Kasper, ebenfalls aus der Schweiz kommender Präsident des Skiweltverbandes FIS, sieht das ganz ähnlich: »Das könnte Thomas in zwei Jahren zu Gute kommen.« Waleri Borsow (Ukraine), der 100- und 200-m-Olympiasieger von München 1972: »Dieser Effekt könnte tatsächlich eintreten.« Gerhard Heiberg, Marketingchef des IOC und Organisator der Winterspiele 1994 in Lillehammer: »Einige haben sicher das Gefühl, dass da noch was auszugleichen ist.«

Der 57 Jahre alte Wirtschaftsanwalt Bach hält sich hinsichtlich möglicher Ambitionen auf die Rogge-Nachfolge bedeckt. Auf die Frage, ob die Entscheidung von Durban seine persönliche Perspektive verändere, sagte Bach: »Da es eine solche Planung nicht gibt, kann sie auch nicht beeinträchtigt werden.«

Thomas Bach wird sich fragen, ob er die Signale der IOC-Kollegen, dass Pyeongchang nun einfach dran sei, nicht zu sehr überhört hat. Doch es gab keine Alternative dazu, das Projekt München 2018 voll anzugehen: »Als wir uns zur Bewerbung entschieden, sah es eher so aus, dass Pyeongchang nicht mehr antreten würde.« SID

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.