19 Bergleute nach einer Woche gerettet
Mine im Nordosten Chinas war überflutet
Nach einer Woche unter Tage sind aus einer überfluteten Mine im Nordosten Chinas 19 Bergleute gerettet worden. Bilder des staatlichen Fernsehsenders CCTV zeigten, wie die Männer am Dienstag in Decken gehüllt erst in Minenwagen aus dem Bergwerk und dann auf Tragen in Krankenwagen gebracht wurden. Ihre Augen waren verbunden, um sie nach einer Woche Dunkelheit vor dem Sonnenlicht zu schützen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua waren drei Bergleute noch immer in der Mine in der Provinz Heilongjiang eingeschlossen.
Das illegal betriebene Bergwerk war eine Woche zuvor überflutet worden, als Bergleute versehentlich eine angrenzende, bereits überflutete Mine anbohrten. Von den 45 Arbeitern in der Mine konnten sich 19 selbst retten, vier weitere wurden am Samstag geborgen, einer von ihnen starb aber später. Die Rettungskräfte hatten in den vergangenen Tagen laut Xinhua mehr als 56 000 Kubikmeter Wasser aus dem Bergwerk gepumpt. Die Mine war demnach eigentlich schon im Jahr 2007 von den Behörden geschlossen worden. Der Minenbetreiber ließ aber eine Woche vor dem Unglück die Arbeit wieder aufnehmen.
Chinesische Minen gelten als besonders gefährlich, weil dort immer wieder Sicherheitsvorschriften missachtet werden. Im vergangenen Jahr starben offiziellen Angaben zufolge in chinesischen Kohlebergwerken 2433 Kumpel bei Unfällen. Dies sind mehr als sechs Tote pro Tag. Unabhängige Organisationen gehen aber von einer deutlich höheren Zahl aus, weil sie vermuten, dass viele Unglücke vertuscht werden.
AFP
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