Die Rückkehr

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gewinnt nach ihrer Sperre Bronze bei der WM in Inzell

  • Lesedauer: 2 Min.
nd-Sportredakteur Mark Wolter berichtete von der Fußball-WM.
nd-Sportredakteur Mark Wolter berichtete von der Fußball-WM.

Es war das Comeback des Jahres. Kaum jemand hatte Claudia Pechstein zugetraut, nach zweijähriger Dopingsperre mit 39 Jahren Edelmetall bei Weltmeisterschaften zu gewinnen. Doch die Eisschnellläuferin schaffte genau das. Mit zweimal Bronze schrieb sie in Inzell als älteste Medaillengewinnern WM-Geschichte.

Nach dem Finale über 5000 Meter war die Journalistentraube rund um die Berlinerin um ein Vielfaches größer als jene um die Weltmeisterin Martina Sáblíková und die zweitplatzierte Erfurterin Stephanie Beckert. Ohnehin wurden auch sie nur nach Pechstein befragt.

»Das ist die schönste Bronzemedaille meines Lebens«, sprach Pechstein und begann zu weinen. Ein Weinen mit Lächeln. Alle Kollegen, die ihr in den zwei Jahren davor von einer – bisweilen skurrilen – Pressekonferenz zur nächsten gefolgt waren, hatten sie in dieser Zeit nie so gelöst gesehen. Die Rückkehr zum Sport tat Claudia Pechstein offensichtlich gut.

Auch von den Zickenkriegen mit Beckert oder Anni Friesinger war nichts mehr zu hören. Beckert und Pechstein gratulierten sich gegenseitig und liefen tags darauf in der Teamverfolgung gemeinsam erneut zu Bronze.

Über die Dopingvorwürfe und Pechsteins Sperre wollte in Inzell niemand mehr reden. Doch vorbei ist die Geschichte noch längst nicht. Pechstein zeigte sich mittlerweile selbst an und plant Schadenersatzklagen. Immerhin der Weg zu Olympia 2014 ist wieder frei. Vielleicht schreibt sie dann wieder Geschichte.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.