Wer frisst wen?
Südafrika: Konflikt Haischutz - Tourismus
Anders als im Mittelmeer ist die Haipopulation im Atlantischen und im Indischen Ozean vor Südafrika noch nicht in Gefahr. Aber auch hier ist trotz strikter Schutzbestimmungen ein Rückgang der Haie festzustellen. Besonders der Bestand an Weißen Haien ist rückläufig, woran vor allem die Trophäenjagd schuld ist.
Aber auch die Netze zum Schutz der Badenden vor Haiattacken entlang der Strände vor der südafrikanischen Stadt Durban werden für den Bestandsrückgang der großen Fische verantwortlich gemacht. Nicht selten verfangen sich Haie in den Netzen und sterben dann. Umweltschützer fordern deshalb den Abbau der Netze. Badende sollten sich nach Ansicht einiger Tierschützer klar darüber sein, dass das Meer Territorium der Haie sei.
Hai-Attacken an Badestränden auf Menschen kommen in Südafrika immer wieder vor. Nicht selten verlaufen diese tödlich, wenn Weiße Haie beteiligt sind. In den vergangenen Jahren wurden gehäuft Zwischenfälle zwischen Menschen und Hai registriert, auch in Südafrika. Die Ursache dieser Häufung und der Attacken in neuen Gebieten ist unklar und Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen.
In Südafrika meint man, einen Grund für die Angriffe auf Menschen gefunden zu haben. Schuld an mehreren Angriffen vor der Hafenstadt Port St. Johns, in der Provinz KwaZulu-Natal, soll ein vor mehr als zehn Jahren am Strand vergrabener Wal sein, der die Haie angelockt habe. Die vollständige Verwesung eines Wals kann bis zu 40 Jahre dauern.
-
/ Ralf E. KrügerAbschreckung gegen WildererSüdafrika setzt auf radioaktive Markierungen, um die Nashornjagd auszubremsen
-
/ Anne GonschorekWilderer nehmen zunehmend Afrikas Elefanten ins VisierErfolge gegen illegale Jagd nur sehr lokal / Abschüsse finden vor allem in weniger kontrollierten Gebieten statt
-
Flug in die Freiheit
Südafrikas florierendes Tourismusgeschäft, das Käfigtauchen nach Haien, wird ebenfalls als ein möglicher Grund für Haiattacken rund um Kapstadt genannt. Die Tiere würden durch die Touristen in den Stahlkäfigen zu nahe an die Strände gelockt. Auch begännen die Tiere Menschen mit Futter in Verbindung zu bringen, da die Haitaucher die Meerestiere mit blutigen Ködern anlocken.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.