- Brandenburg
- Geöffnet
Klingende Börse
Kennen Sie viereckige Blockflöten, überdies von besonders großem Format? Herbert Petzold aus einem Ort namens Markt Wald hat sie auf Lager. Nicht seine Erfindung. „Nur“ Kopien historischer Instrumente. Wie alles, das heute von 10 bis 17 Uhr im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Mitte dichtgedrängt ausgestellt wird.
91 Firmen aus aller Welt kommen mit Kopien und Nachbauten. Es ist der mittlerweile größte Musikinstrumentenmarkt seiner Art des Kontinents, wenn nicht gar der Welt, wie der Niederländer Arnold Riesthuis berichtet. Der muß es wissen. An sich hatten in diesem Punkte seine Landsleute, z.B. in Utrecht, den Rekord.
Mustermesse und Verkaufsausstellung zugleich, das ist Marktprinzip. Mit vielen Prospekten, der Möglichkeit des Ausprobierens. Und so ist es denn immer eine klingende Börse. Renaissance- und Barocklauten aus Cremona, wo auch berühmte Geigenbauer lebten, Bögen aus den USA, Klanghölzer aus Großbritannien, deutsche Drehleiern. Kontrabässe führt ein Amsterdamer.
Es ist stets ein Volksfest. Und wenn man das große Geld für kostbare Instrumente auch nicht mitbringen kann, vielleicht reicht's ja für eine Maultrommel?
LUCIE WALTER
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.