Finale im Februar

Die Bayern wollen im Pokal gegen Dortmund ihren Status als Nr. 1 festigen

  • Christian Kunz und Dietmar Fuchs, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

94 Tage vor dem Finale des DFB-Pokals in Berlin geht es im inoffiziellen Endspiel schon um mehr als Prestige. Der in der Liga enteilte FC Bayern München will dem Dortmunder Doublegewinner die nächste Titelhoffnung rauben und seinen Status als Nummer eins untermauern. »Ich glaube, ganz Deutschland freut sich drauf - wir auch«, betonte der Münchner Kapitän Philipp Lahm vor dem heutigen Viertelfinale (20.30 Uhr/ARD). Der Pokal sei »natürlich etwas ganz anderes als im Moment die Ligaspiele«, erklärte Trainer Jupp Heynckes vor dem Duell der »zwei besten deutschen Mannschaften«. Kampfansagen blieben auf beiden Seiten aus. 71 000 Zuschauer werden dabei sein, 250 000 Tickets hätten die Münchner verkaufen können. Millionen schauen am Fernseher zu.

»Es geht um einen Titel, deswegen müssen wir gewinnen«, forderte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Zuversicht gibt neben der herausragenden Vorstellung in dieser Bundesligasaison auch der Blick auf die Heimbilanz im Pokal. In 26 der vergangenen 27 Heimspielen zogen die Bayern in die nächste Runde ein. Die jüngste Bilanz gegen den BVB sieht dagegen düster aus: Nur ein Sieg in den vergangenen sieben Pflichtspielen bei fünf Niederlagen und einem Remis. Die zwei titellosen Jahre, die bei den Münchnern millionenschwere Korrekturen zur Folge hatten, schmerzen immer noch.

Exakt 113 Jahre nach seiner Gründung am 27. Februar 1900 möchte sich der FC Bayern den Geburtstag nicht von seinem Dauerspaßverderber vermiesen lassen. »Wir haben gemerkt, dass der Respekt der Bayern vor uns größer geworden ist«, stellte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp fest. Er gab sich vor der Neuauflage des Vorjahresfinals zuversichtlich: »Wir wollen in die nächste Runde einziehen.« Immerhin darf der in der Liga gesperrte Torjäger Robert Lewandowski, Spekulationsobjekt für den Münchner Angriff, im Pokal mitspielen. »Wir haben wesentlich weniger Druck als die Bayern. Wenn sie verlieren, ist der Aufschrei größer«, sagte Klopp.

Bei den Bayern muss dagegen der gesperrte Franck Ribéry »traurig« von der Tribüne aus zusehen. Für den Franzosen steht der zuletzt missmutige Reservist Arjen Robben bereit. »Das ist wieder ein superbesonderes Spiel«, erklärte der Niederländer. Mit einem Tor und zwei Vorlagen beim 6:1 gegen Bremen schoss er sich für das Pokalduell warm.

Robben bekam von Heynckes vor dem ersten von theoretisch noch vier möglichen Duellen gegen Dortmund in Liga, Pokal und Champions League eine Einsatzgarantie. »Angstgegner? Das können Sie vergessen. Wir haben überhaupt keinen«, sagte Heynckes. »Dortmund wird versuchen, die Serie gegen uns fortzusetzen«, bestätigte Thomas Müller seinen Trainer, denn: »Da haben wir mal richtig was dagegen.«

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