Werbung

Blöd gelaufen

Borussia Dortmund verschenkt Sieg in Malaga

  • Günter Bork, SID
  • Lesedauer: 2 Min.

Nachdem das Gefühlschaos verarbeitet war, ließ die Trotzreaktion nicht lange auf sich warten. »Noch einmal 90 Minuten wird es nicht geben, in denen wir nicht treffen«, verkündete Hans-Joachim Watzke nach einem erneut starken Champions-League-Auftritt von Borussia Dortmund, der nur einen Makel hatte. »Es fehlte uns der Punch«, klagte der Klubchef nach dem 0:0 im Viertelfinalhinspiel beim FC Malaga.

Auch im neunten Spiel des laufenden Wettbewerbs blieb der deutsche Meister ungeschlagen, spielte zum vierten Mal Remis. Der BVB beeindruckte den Gegner und dessen euphorische Fans im Hexenkessel La Rosaleda zwar mit einer reifen Leistung, vergaß jedoch das Toreschießen. Das Selbstbewusstsein der Borussen ist dennoch gewachsen und inzwischen so groß, dass Zweifel am ersten Einzug ins Halbfinale seit 15 Jahren im Rückspiel am kommenden Dienstag kaum noch zu vernehmen waren.

»Unsere Chancen liegen knapp über 50 Prozent«, schob Watzke nach und gewann dem Ergebnis viel Positives ab. Denn jeder wisse nun, wie viel Arbeit auf ihn im zweiten Spiel gegen die Andalusier zukommen würde. Der erneut überragende Nationalspieler Ilkay Gündogan erinnerte: »Wir haben bisher alle Heimspiele in der Champions League gewonnen, das ist ein gutes Omen.«

Doch daran hätten sich die Westfalen nicht klammern müssen, wenn, ja wenn besonders Mario Götze in den Duellen mit Malagas Torhüter Willy kühlen Kopf bewahrt und den starken Auftritt veredelt hätte. »Das ist blöd gelaufen. Aber ich habe ja am Dienstag Gelegenheit, alles wieder gut zu machen«, meinte der 20-Jährige. Allein in der ersten Halbzeit scheiterte er zweimal völlig freistehend am Keeper der Gastgeber. Nach dem Wechsel hatte Robert Lewandowski das Führungstor auf dem Fuß. »Wir hatten gute Chancen. Mario hatte drei, vier. In Normalform macht er mindestens eine«, sagte Gündogan.

Trainer Jürgen Klopp zog seine ganz persönlichen Erkenntnisse aus dem Duell gegen Malaga. »Für die Null hinten ist der Reifeprozess verantwortlich, weil die Mannschaft das Ergebnis gesichert hat. Und die zweite Null macht mich ebenfalls nicht unglücklich, weil das der Fußball ist.« Soll heißen: In früheren Zeiten haben vergebene Chancen seine Youngster mental geschwächt und den Gegner stark gemacht, das sei diesmal nicht so gewesen. An das Halbfinale will er jedoch noch keinen Gedanken verschwenden. Selbst wenn man 2:0 gewonnen hätte, wäre dies nur eine Vorentscheidung gewesen, »wenn man gut damit umgegangen wäre«. Malaga, so Klopp, sei nämlich ein Team, »das nicht aus der Ruhe zu bringen ist. Und das macht sie so gefährlich«, erklärte der 45-Jährige.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.