Inklusion ist machbar!

Martin Ling über den Umgang mit Kindern, insbesondere solchen mit Behinderungen

  • Lesedauer: 2 Min.

Sie gehören zu den verletzlichsten Mitgliedern der Gesellschaft: Kinder. Für behinderte Kinder gilt das noch mehr, und wenn sie dann noch zu den Armen dieser Welt gehören, potenziert sich die Chancenlosigkeit. Der UNICEF-Weltkinderbericht 2013 rückt das Schicksal dieser Benachteiligten unter den Benachteiligten zu Recht in den Blickpunkt. Es ist inakzeptabel, dass bis heute behinderte Kinder und ihre Familien in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern in großer Armut leben und oft vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Das zu ändern, ist sicher kein einfaches Unterfangen; es mit Vehemenz anzugehen, ist Aufgabe der Regierungen in Süd und Nord.

Die Entwicklungszusammenarbeit, in der Nord und Süd zwangsläufig aufeinandertreffen, bietet sich in der Tat an, die Inklusion zu einer Schwerpunktaufgabe zu machen, wie UNICEF fordert. Das ist überfällig, denn seit 2008 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft und bedarf verstärkter Umsetzung. Dafür müssen die Gesellschaftssysteme so angepasst werden, dass jeder seinen Platz findet - auch behinderte Kinder, die allgemein wenig wertgeschätzt werden, weil sie wenig ökonomischen Mehrwert versprechen. Ohne ein Mehr an personellen und finanziellen Ressourcen ist das nicht zu machen. Die Kürzungen in vielen Entwicklungshaushalten von EU-Ländern sind dafür ein denkbar schlechtes Zeichen. Auch für Inklusion ist der politische Wille die Bedingung, ohne die nichts geht. In Sicht ist er nicht.

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