Verbände verlassen Klimagipfel

Umweltaktivisten weisen auf Lobbyeinfluss hin

  • Lesedauer: 2 Min.

Warschau. Aus Protest gegen mangelnden Fortschritte bei den Verhandlungen haben große Umweltorganisationen am Donnerstag die Weltklimakonferenz verlassen. Die Aktivisten von Greenpeace, WWF, Friends of the Earth, Oxfam und anderen erklärten, der Gipfel in Warschau bringe den Klimaschutz nicht weiter. »Deshalb ziehen wir uns freiwillig von der Konferenz zurück«, erklärte der WWF. Mit dem Boykott wollten die Aktivisten auf den in dieser Form noch nie dagewesenen Einfluss der Wirtschaftsverbände auf den Klimaschutzprozess aufmerksam machen. »Unter der Führung des Kohlelandes Polen haben wir eine Konferenz erlebt, die uns zurückwirft statt voranbringt«, erklärte Daniel Mittler von Greenpeace International. Das Bündnis »Climate Action Network« und kirchliche Hilfswerke wie »Brot für die Welt« beteiligen sich nicht an dem Boykott, erklärten sich aber mit den Initiatoren solidarisch.

Beim Weltklimagipfel verhandeln Vertreter aus 194 Staaten über einen neuen Klimavertrag, der 2015 verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten soll. Mehrere Tausend Vertreter von Umweltorganisationen sind als Beobachter zugelassen.

Unterdessen hat der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, seinen Verband zu mehr Protestbereitschaft aufgefordert. »Der politische Druck muss größer werden. Wir brauchen eine starke außerparlamentarische Umweltbewegung«, sagte er vor der Bundesdelegiertenversammlung seines Verbandes. Dort stellt sich der 66-Jährige zur Wiederwahl. Agenturen/nd

Kommentar Seite 4

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -