ALG-II-Empfänger fühlen sich gesundheitlich schlechter
42 Prozent der männlichen und 33 Prozent der weiblichen Hartz-IV-Empfänger berichten von körperlichen Beschwerden
Nürnberg. Empfänger von Arbeitslosengeld II schätzen ihre Gesundheit einer Studie zufolge schlechter ein als Erwerbstätige. Wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg am Montag mitteilte, gaben 45 Prozent der männlichen und 38 Prozent der weiblichen ALG-II-Empfänger in einer Befragung an, gesundheitlich stark eingeschränkt zu sein. Der Studie zufolge geht es Aufstockern nach eigener Einschätzung zwar gesundheitlich etwas besser als arbeitslosen ALG-II-Empfängern - beiden Gruppen gehe es aber deutlich schlechter als Erwerbstätigen ohne Grundsicherungsbezug. Von den Erwerbstätigen berichte nur jeder Fünfte von starken gesundheitlichen Einschränkungen.
Für die Studie wurden knapp 12 000 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren befragt. 42 Prozent der männlichen und 33 Prozent der weiblichen ALG-II-Empfänger berichteten von körperlichen Beschwerden; acht Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen von psychischen Erkrankungen.
Die Ergebnisse gäben keinen Aufschluss über die Wirkungsrichtung beim statistischen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit, betonten die IAB-Forscher. Die Ergebnisse könnten sowohl daraus resultieren, dass Arbeitslosigkeit krank mache, als auch daraus, dass Krankheit bedürftig mache. Zudem könnten weitere Faktoren, die sowohl mit Arbeitslosigkeit als auch mit Gesundheit zusammenhängen, zu den Ergebnissen führen. AFP/nd
Den aktuellen IAB-Kurzbericht mit detaillierteren Ergebnissen finden sie hier.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.