Senat will Opferschutz verbessern
Der Senat will weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Opfer von Straftaten schaffen. Insbesondere die Hilfen für Ausländer und Asylsuchende sollen verbessert werden, kündigte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des jährlichen Opferberichts an. »Die ständig steigende Zahl Flüchtlingen und Asylanten stellt den Opferschutz in Berlin vor neue Herausforderungen«, erklärte Heilmann. Zu den Hilfen zählen Übersetzungen und mehrsprachige Flyer. Geplant ist auch die Einführung einer psychosoziale Betreuung, die Opfern von Straftaten in Zukunft zustehen soll. Dies sieht eine Richtlinie der Europäischen Union vor, die Deutschland noch 2015 umsetzen will.
Um bestehende Anlaufstellen, Hilfseinrichtungen und Entschädigungsmöglichkeiten besser bekanntzumachen, trifft sich der Opferbeauftragte des Landes Berlin, Roland Weber, derzeit zudem mit verschiedenen migrantischen Gemeinschaften. »Die Konsulatsmitarbeiter wussten häufig nicht, wo es Hilfen gibt«, sagte Weber. In der wachsenden italienischen Gruppe beispielsweise stehen durch die Vermittlung italienisch sprachige Anwälte zur Verfügung.
Eine gute Resonanz erzielten im vergangenen Jahr neue Anlaufstellen: die Gewaltambulanz an der Charité für Opfer häuslicher Gewalt etwa verzeichnete 300 Betroffene und die Anlaufstelle für Stalking sogar 400. Und obwohl die Zahl der Opfer von Straftaten in den beiden vergangenen Jahren um je 1700 auf 78 595 zurückging, wurden die Hilfseinrichtungen stärker frequentiert. Weniger positiv sind die Zahlen für Nebenklagen und Anträge für Opferentschädigungen. Offenbar sind die Anträge hierfür so kompliziert, dass sich viele Opfer damit schwertun, ihre Entschädigung einzufordern. mkr
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