Platini bittet Blatter um Rücktritt
Die UEFA gibt sich kritisch, macht aber beim FIFA-Kongress mit
Zürich. Die FIFA steht nach den Festnahmen und Suspendierungen wegen Bestechlichkeit und den Ermittlungen wegen Geldwäsche weltweit am Pranger. Am Donnerstag entschieden sich im Laufe des Tages dennoch alle sechs Kontinentalverbände, den FIFA-Kongress und die am Freitag bevorstehende Präsidentenwahl nicht zu boykottieren.
Der umstrittene Amtsinhaber Joseph Blatter aus der Schweiz eröffnete am Donnerstagabend bei einer Gala den Kongress in der Gewissheit, dass er genügend Stimmen für eine fünfte Amtszeit zusammenbekommt. »Es darf keinen Platz für Korruption im Fußball geben«, wiederholte Blatter in gewohnter Sonntagsreden-Manier: »Ich werde nicht erlauben, dass einige Wenige die harte Arbeit der Mehrheit, die so hart für den Fußball arbeiten, zerstören.«
Zuvor hatte sich die europäische Anti-Blatter-Fraktion getroffen und beschlossen, die Vollversammlung der 209 Mitgliedsländer und die Präsidentschaftswahl entgegen ersten Überlegungen nicht zu boykottieren. Die meisten UEFA-Delegierten wollen für den Blatter-Gegenkandidaten Prinz Ali bin al-Hussein stimmen. UEFA-Präsident Michel Platini sagte, er rechne mit »45, 46 Stimmen« für den Jordanier. Seinem Freund Joseph Blatter habe er den Rücktritt angeraten. »Ich bin entsetzt, enttäuscht. Ich habe keine Worte, zu viel ist zu viel«, sagte Platini zu den jüngsten Korruptionsskandalen. »Ich finde das wahnsinnig abstoßend.« nd/Agenturen
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