Umgefragt im Jammertal

Markus Drescher über Demoskopie und politische Arbeitsverweigerer

Das Vertrauen der Bevölkerung in Politik, Regierung, Demokratie, Kanzlerin und vor allem deren Flüchtlingspolitik sinkt, steigt, bleibt unverändert. Lernt man aus Umfragen. Derzeit gefühlt im Stundentakt gibt es davon neue. Die Schlagzeilen werden von der Fragestellung bestimmt. Zum Beispiel: So und soviel Prozent sind mit der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel unzufrieden. Warum aber die Befragten unzufrieden sind, bleibt offen. Sind das alles Menschen, die es mit Pegida, Seehofer, diversen Sozialdemokraten halten, und Merkel für ihr »Wir schaffen das« verdammen? Oder sind es doch auch die, die Asylrechtsverschärfungen am Fließband und die Umsetzung noch jeder so dummen und nutzlosen Idee nach dem Motto »Hauptsache irgendwas gegen Flüchtlinge« ablehnen? Man weiß es nicht.

Wäre aber wichtig. Denn was hängenbleibt von diesem Umfrageunwesen sind die Stichworte Merkel, Flüchtlinge, Unzufriedenheit - Futter für die gesamte Riege der politischen Arbeitsverweigerer, die von Mikro zu Mikro und Talkshow zu Talkshow rennen, um herumzugreinen wie überfordert sie doch sind. Das wiederum nicht ohne Wirkung aufs Publikum, die dann mit der nächsten Umfrage ihre Bestätigung zu finden scheint. Dennoch sollte es noch eine einfache letzte Befragung geben: Haben Sie auch die Schnauze voll von dem »Wir schaffen das nicht«-Gejammer?

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.