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Elon Musk hat sich verpokert
Eine kleine Wahlniederlage in Wisconsin könnte Donald Trump schon bald etwas Macht kosten. Ein Kommentar
Den Namen Susan Crawford muss sich wohl niemand merken. Es ist nicht anzunehmen, dass die am Dienstag neugewählte Richterin am Obersten Gerichtshof des US-Bundesstaats Wisconsin noch eine weit darüber hinaus gehende Karriere machen wird. Dennoch war ihr Sieg gegen einen konservativen Kandidaten extrem wichtig, sogar über die US-Grenzen hinaus.
Das Gericht behält somit bis 2028 eine knappe progressive Mehrheit und wird mit dieser wohl bald über die Rechtmäßigkeit von Wahlkreisgrenzen für zwei Abstimmungen zum US-Repräsentantenhaus urteilen, in dem Donald Trumps Republikaner nur mit äußerst knapper Mehrheit regieren. Obwohl Wisconsin ein klassischer Wechselwählerstaat ist, hatten sich die Konservativen allein durch Änderungen jener Wahlkreisgrenzen zuletzt sechs der acht Sitze in Wisconsin gesichert. Die zwei Sitze mehr, die sich die Demokraten nun durch ein Urteil erhoffen, könnten schon 2026 Trumps Mehrheit im Parlament kippen. Das Abschaffen von Ministerien, Streichen von Entwicklungshilfe und vieles mehr könnte er dann nicht mehr so einfach durchbringen.
Schon deswegen verschlang dieser Wahlkampf zweier kaum bekannter Juristen mehr als 90 Millionen Dollar an Spenden. Elon Musk allein soll 26 Millionen reingebuttert haben. Letztlich stellte sich das als Eigentor heraus. Mit der Kampagne »Unsere Stimmen sind nicht käuflich« wurde der ohnehin verhasste Musk zum Zentrum der Debatte. Sein Ziel des Machterhalts für sich und Trump hat er damit nur noch mehr aufs Spiel gesetzt.
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