Grüne: Bundesregierung verhindert Integration

Von 100.000 Geduldeten durften in den letzten drei Monaten lediglich 30 Menschen an einem Sprachkurs teilgenommen / Nur 14.500 Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive dürfen Angebote nutzen

  • Lesedauer: 1 Min.

Essen/Berlin. Die Bundesregierung lässt Zeitungsberichten zufolge nur eingeschränkt Asylbewerber zu Integrationskursen zu. Seit Ende Oktober seien 14.500 Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive noch während ihres Verfahrens zum Integrationskursen zugelassen worden, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion.

Diese Regelung gelte explizit nur für Syrer, Iraker, Iraner und Eritreer, deren Anerkennungsquote bei mehr als 50 Prozent liege. Von den geduldeten Ausländern wurden laut Ministerium zwischen Oktober und Ende Januar allerdings nur 30 Personen zu den Kursen zugelassen.

Der Grünen-Innenexperte Volker Beck kritisierte, dass geduldeten Asylsuchenden das Sprach- und Integrationsangebot oft verschlossen bleibe. »Das ist eine Politik der Integrationsverhinderung«, sagte er den Funke-Zeitungen. Es sei anzunehmen, dass deutlich mehr als 100.000 Menschen mit Duldung in Deutschland leben, von denen die meisten nicht in ihre Heimat zurückkehren werden.

»Auch wer aus Afghanistan oder Somalia kommt, wird wahrscheinlich in Deutschland bleiben.« Bei deren Integration müsse die Bundesregierung deutlich mehr leisten, erklärte Beck und forderte einen Bundesintegrationsminister. epd/nd

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -