Freund von toter NSU-Zeugin gestorben

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Karlsruhe. Ein weiterer Todesfall im Umfeld von NSU-Zeugen: Nach dem Tod eines Zeugen und seiner Ex-Freundin ist nun auch deren Verlobter tot. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe untersucht den Tod des 31 Jahre alten Mannes, der am Montag vor einer Woche im nahen Ort Kraichtal gestorben war. »Alles deutet auf einen Selbstmord hin«, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Suizidvermutung werde durch das vorläufige Obduktionsergebnis gestützt und außerdem untermauert durch eine »elektronische Nachricht«, die der Mann kurz vor seinem Tod abschickte. Der eigentliche Zeuge Florian H. hatte zum Mord an der Polizistin Michelle Kiesewetter ausgesagt und war vor einer erneuten Vernehmung in seinem Auto verbrannt - nach Angaben der Behörden durch Suizid. Seine Ex-Freundin hatte sich mit dem nun gestorbenen anderen Mann verlobt. Die 20-Jährige selbst starb den Angaben zufolge an einer Lungenembolie. Zuvor war sie von einem NSU-Ausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung vernommen worden, weil sie sich bedroht gefühlt hatte. Der Fall der Frau werde wegen des Todes ihres Freundes nicht neu aufgerollt, sagte der Sprecher. »Die Diagnose der Lungenembolie ist gesichert.« Sogenannte »Umfeld-Abklärungen« im Fall ihres Freundes sollen aber klären, welche Motive für seinen vermuteten Suizid eine Rolle gespielt haben könnten. Ob er Verbindungen zur rechtsextremen Szene gehabt habe, sei bislang nicht bekannt. dpa/nd Kommentar Seite 4

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