AfD schmeißt Journalistin Röpke raus

Proteste gegen Parteitag in Demmin: »Rassismus ist keine Alternative« / Rechtsaußen-Truppe wählt Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Die rechte Alternative für Deutschland hat bei einem Parteitag in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern die Fotografin und Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke ausgeschlossen. Das beschloss die große Mehrheit der Delegierten auf Antrag eines Parteimitglieds. Dieses hatte Röpke vorgeworfen, im Saal angeblich AfD-Mitglieder zu fotografieren und die Bilder später auf Internetseiten linker Antifa-Gruppen stellen zu wollen. Sicherheitsleute geleiteten Röpke hinaus. Die 50-Jährige hatte zuletzt im Auftrag der Schweriner SPD-Landtagsfraktion ein Buch über die rechtsextreme Szene in Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt und war 2015 für ihre Arbeit vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet worden. Am Rande des Parteitages protestierten etwa 30 Menschen mit Plakaten wie »Rassismus ist keine Alternative«.

Die Rechtsaußen-Truppe bestimmte bei dem Parteitag ihre Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst. So wurde Landessprecher Leif-Erik Holm zum Spitzenkandidaten gewählt. Der studierte Volkswirt und ehemalige Rundfunkmoderator erhielt 130 von 173 Stimmen. Eine Gegenkandidaten gab es nicht. »Wir werden in die Opposition gehen, um den Verantwortlichen auf die Füße zu treten«, sagte der 45-jährige Schweriner. Auf Platz zwei kam der zweite Landessprecher und Greifswalder Familienrichter Matthias Manthei, danach folgen die Schweriner Stadtvertreterin Petra Federau, der frühere Landeschef Holger Arppe aus Rostock und der Neubrandenburger Anwalt Enrico Komning, der vorher schon in der Schill-Partei und der FDP war.

Während Holm und Manthei vor allem Sachpolitik betonten, erntete die Schwerinerin Federau viel Beifall mit dem Satz, sie habe es satt »verraten und verkauft zu werden.« Sie bezeichnete sich als »aufrechte Patriotin« und Bundeskanzlerin Angela Merkel als »Totengräberin von Deutschland«. Die AfD, die bisher vor allem mit radikalen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik und »Merkel muss weg«-Sprüchen auf Demonstrationen auffiel, sieht gute Chancen für ihren erstmaligen Einzug in das Schweriner Landesparlament. Umfragen sagen der Partei bis zu 16 Prozent am Stimmen voraus. »Wir sollten uns aber von den Umfragewerten nicht blenden lassen«, sagte Landessprecher Manthei. Zuvor hatten die Mitglieder eine Abgabe für Mandatsträger im Landtag beschlossen. Sie sollen fünf Prozent ihres Bruttogehaltes an den Verband abgeben. Agenturen/nd

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